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Die Post im Westallgäu

Seite 12

 
 
Bahnhof Lindenberg
heute Jugendhaus

Die Lokalbahn Röthenbach - Lindenberg - Scheidegg

Im Jahre 1883 bildete sich in Lindenberg das erste Eisenbahnkomitee. Man ließ durch den Kemptener Zivilingenieur Telorac für 300 Mark einen Plan zur Herstellung der Eisenbahn anfertigen und sandte ihn im Juli 1884 mit einer Bittschrift an die Generaldirektion der kgl. bayerischen Staatseisenbahnen, nachdem vorher Bürgermeister Keller, Lindenberg-Goßholz, Landtagsabgeordneter, im Ministerium die nötigen Erkundigungen eingezogen hatte.

Aber alle Mühe hatte keinen Erfolg. Das schreckte jedoch die Lindenberger nicht ab. Im Jahre 1889 gründeten sie ein zweites Eisenbahnkomitee. Es wurde festgestellt, dass seit dem Jahre 1883 der Güterverkehr um rund 44 Prozent zugenommen hatte und infolge des Aufblühens der Industrie noch weiter steigen werde. Unterm 1. November 1889 wurde nun wieder eine Petition an die "Hohe Generaldirektion der Kgl. Bayer. Staatseisenbahn" abgeschickt. Es wurde nachgewiesen, dass zur Güterbeförderung 763 Waggons zu 200 Zentner im Jahre nötig seinen, während man 1883 erst 538 Waggons benötigt habe, ferner dass die Gefällsablieferung der Kgl. Post- und Telegrafenexpedition 1883 12999,63 Mark betrug, während sie nun 1889 26908,10 Mark betragen, was eine Steigerung von 108Prozent bedeute.

Interessant ist es übrigens, dass durch diese Steigerung die Kgl. Postexpedition von der 135. Poststation (1883) bis 1888 zur 80 Poststelle in Bayern vorgerückt war. Die Zahl der angekommenen Briefe belief sich auf 212 212 Stück, also auf den Kopf der 2000 Seelen zählenden Gemeinde 106 Briefe oder 576 Stück pro Tag. Bis zu 400 Postkolli wurden täglich von Lindenberg nach Röthenbach gebracht. Die Kosten würden allein die Hälfte der Verzinsung des Baukapitals decken. Nachdem noch einmal die Höhe der zu verfrachtenden Güter, vor allem der Strohhüte, des Käses, des Holzes eingehendst gedacht ist, wird auch der Personenverkehr einer Würdigung unterzogen, der mindestens verzehnfacht würde, da die Post zu teuer sei (70 Pfennig für die Strecke Röthenbach - Lindenberg und 1,10 Mark nach Scheidegg).

Endlich im Jahre 1895 trat die ganze Angelegenheit in ein neues Stadium. Unterm 22. Mai ging eine neue Bittschrift an die Generaldirektion der kgl. bayer. Staatseisenbahnen. Es wurde eine Rentabilitätsberechnung beigegeben und ein neues Projekt, das von der Lokalbahn-A.-G. ausgearbeitet worden war. Im Frühjahr 1896 kam die Sache endlich im Landtag zum Klappen. Am 5. März beschloß die liberale Fraktion die Aufnahme der Linie Röthenbach-Lindenberg-Scheidegg in den vorliegenden Lokalbahnen-Gesetzentwurf vorzuschlagen und dafür der Lokalbahn Dettelbach bei Würzburg zuzustimmen, die vom Zentrum vorgeschlagen wurde. Am meisten hatte sich dafür der Landtagsabgeordnete Landgerichtsrat Wagner eingesetzt, der vor allem den Einwurf bekämpfte, dass die neue Linie die Lokalbahn nach Weiler schädige. Am 6. März abends endlich ging beim Vorsitzenden des Eisenbahnkomitees folgendes Telegramm ein:

"Linie Röthenbach-Lindenberg-Scheidegg und ganzes Gesetz soeben vom Ausschuss einstimmig angenommen"

Im Jahre 1898 wurde nun ernsthaft an den Bau der Bahn herangegangen. Die Kosten waren mit 621 700 Mark angesetzt. Allerdings war man sich über die Führung der Linie anfangs durchaus nicht einig. Schon Telorac hatte 1883 drei Linien in Erwägung gezogen. Die erste über Nadenberg hätte zu viele Schleifen erfordert, zuviele wertvolle Grundstücke durchschnitten, die zweite über Goßholz, hätte dergleichen große Schleifen zu überwinden gehabt und trotzdem noch einen 10 Meter tiefen Einschnitt im Sattel von Goßholz haben müssen. Allerdings setzte sich für dieses Projekt naturgemäß ganz Goßholz, an der Spitze Aurel Kohler, aufs lebhafteste ein, doch vergebens. So wurde die dritte Führung durchs Ellgasser Tobel durchgeführt. Auch über den Platz des Lindenberger Bahnhofs gabs Streitigkeiten zwischen "Oberdorf und Unterdorf", jeder wollte ihn für sich haben.

Die Vermessungen wurden vorgenommen, wegen der Hochbauten die nötigen Erhebungen gepflogen und nach geeigneten Bahnagenten Ausschau gehalten. Dann wurde an den Grunderwerb herangetreten. Wer sein Feld nicht freiwillig gab, wurde enteignet. Schließlich wurde mit dem Bau begonnen, doch nicht im Frühjahr 1901, wie man gehofft hatte, sondern erst im Spätherbst, am 1. Oktober 1901 konnte die Linie eröffnet werden.

Im Jahre 1966 war es zu Ende mit der Herrlichkeit, der Betrieb der Lokalbahn Röthenbach-Lindenberg-Scheidegg wurde eingestellt. Sechs Jahre zuvor 1960 war schon die Linie Röthenbach-Weiler geschlossen worden. Die Schienenstränge wurden abgebaut. Was für eine Kurzsichtigkeit! Man stelle sich mal vor die beiden Strecken würden noch existieren. Was wäre das für eine touristische Attraktion im oberen Westallgäu!

 
Ebratshofen

Bewertung von Poststempeln

Die Bewertungen gelten nur für Ganzstücke, auf losen Marken nur zwischen 20% und 50% des Wertansatzes!

Diese Zeilen schreibe ich nicht für den versierten Altbrief- bzw. Bayernsammler, sondern für die Philatelisten, die sich einmal an eine Heimatsammlung wagen wollen. Wie bei allen philatelistischen Objekten ist ein Poststempel auf einem Brief, einer Postkarte oder Briefmarke genauso viel wert, wie ein anderer Sammler bereit ist dafür zu bezahlen. Damit könnte ich aufhören. Die Antwort ist vollständig wahr, aber irgendwie unbefriedigend. Der Sammler sucht Orientierung. Die will ich versuchen zu geben, aber eines will ich gleich vorausschicken, "den Katalogpreis" bei Poststempeln, den gibt es nicht.

Das Problem der Bewertung ist dreigeteilt:

  • Stempel der Vorphilazeit (bis 1849)

  • Stempel in der Kreuzerzeit (1849-1874)

  • Stempel in der Pfennigzeit (1875-1920)

In allen drei Gruppen will ich aus der Vielzahl der Bewertungsprobleme einige herausgreifen. Doch vorausschicken will ich, dass alle meine Bewertungen nur für klare saubere und vollständige Stempelabschläge auf einwandfreien und sauberen Belegen gelten.

Wovon hängt der Wert eines Vorphila-Stempels (Poststempel aus der Vormarkenzeit) ab ? Natürlich von der Seltenheit, aber Seltenheit kann sehr schnell vorbei sein, wenn ein neues Archiv aufgelöst wird und plötzlich 20 oder 30 Briefe mit einem Stempel auftauchen von dem bisher nur 2 Exemplare bekannt sind. Der Archivauflöser wird natürlich bemüht sein, dieses geheim zu halten. Doch spätestens beim zweiten Exemplar in einer Auktion wird die Fachwelt hellhörig und es wird ein rapider Wertverfall einsetzen. Der Wert hängt natürlich auch von der Nachfrage ab. Wie viele Sammler gibt es, die an einem bestimmten Stempel Interesse haben könnten? Der Generalsammler kauft nur preiswert, sonst würde seine Sammlung nicht mehr finanzierbar sein. Der Heimatsammler bewilligt meist höhere Preise, aber nur solange, bis er ein schönes Exemplar seiner Begierde in den Händen hat. So wird für den Verkäufer aus einem 100 € Beleg schnell ein Ladenhüter, für den er bei Ebay vielleicht noch 15 € erzielt.

So dies war die marktwirtschaftliche Seite, doch es gibt auch eine philatelistische Seite. Der Stempel auf einer Briefhülle bringt weniger als auf einem vollständigen Brief. Die Zeit spielt natürlich auch eine Rolle. Ein anscheinend völlig normaler Brief mit einem relativ billigen Stempel, verwendet zur bayerischen Besatzungszeit im Fürstbistum Salzburg, Tirol, Vorarlberg oder im vorderösterreichischen Württemberg, ja sogar im heutigen Bayern (schwäbische Teile davon gehörten zu Vorderösterreich) erzielen erstaunlich hohe Preise. Für die nachnapoleonische Zeit sind nicht nur die Stempel-Sammler wichtig. Hier gibt es Sammler, die nach Destinationen, Transitwegen und seltenen Gebühren sammeln. Der Stempel ist hier nur eine Beigabe.

Sie müssen lernen auf die Geschichte zu hören und diese zu verstehen, die ihnen ein Brief erzählt. Ein Vorphilabrief gewinnt um so mehr an Wert je besser sie seine "Geschichten" erzählen können.

Kommen wir zur Kreuzerzeit, die mit der Einführung der ersten deutschen Briefmarke in Bayern 1849 beginnt. Ein Halbkreisstempel aus der Vorphilazeit, kurz nachverwendet in der Markenzeit, kann teuer sein. Doch auch hier kommt es auf die Verwendung an. Handelt es sich um einen markenlosen Dienstbrief, oder ist damit die Briefmarke gestempelt, oder ist es nur der Nebenstempel? Handelt es sich um einen Auslandsbrief in ein Land, wo überhaupt noch keine Frankierung durch Marken zugelassen war oder ist es ein normaler Portobrief? Grundsätzlich gilt in der Kreuzerzeit: Der Wert eines Poststempels hängt natürlich ab von der Größe des Postortes und seinem Postaufkommen, aber auch davon, mit welcher Briefmarkenausgabe der Stempel zusammen vorkommt. Hier verweise ich auf die Handbücher von Peter Sem.

Ist der Stempel nur als Teil auf Marke oder auf Brief? Ist es nur ein Dienstbrief? Der Wert eines Belegs hängt natürlich auch von Portostufen, Destination usw. ab.

Bleibt die Bewertung in der Pfennigzeit. Aus dieser Zeit gibt es Poststatistiken mit dem Postaufkommen der einzelnen Postorte. Nach diesen Statistiken und der Verwendungsdauer der Poststempel, natürlich auch nach Marktbeobachtung und sehr großer Erfahrung, bewertet Joachim Helbig in seinem Handbuch die Poststempel der Pfennigzeit. Eine Bewertung auf Vorkommen auf bestimmten Markenausgaben (Ganzsachen) gibt es nur ansatzweise in den ersten Jahren der Pfennigzeit.

Das Postaufkommen der Posthilfsstellen wurde in den Statistiken nicht erfasst. Deswegen lässt sich über die Häufigkeit oder Seltenheit von bayerischen Posthilfsstellen kaum eine Aussage machen. Natürlich gibt es ein paar häufige, aber es gibt sicher auch welche, die nur mit 100 € oder wenig mehr bewertet sind und sie sehen sie ein Leben lang nicht.

Ich hoffe, sie haben verstanden, dass meine Bewertungen, die ich aus den Handbüchern übernommen habe, nicht mehr sein können als Orientierungshilfen. Der Wert eines Belegs entscheidet sich erst in der konkreten Kauf- bzw. Verkaufssituation und je mehr Wissen sie haben, desto bessere Verkaufsargumente haben sie. Und als Käufer können sie Preise bewilligen, über die ein anderer nur den Kopf schütteln kann.

         
 
 
 
 
 

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Allgemeiner Postbetrieb

Öffnungszeiten der Poststellen

Bei den Hauptexpeditionen am Sitz der Oberpostämter durchgehend von 8 bis 20 Uhr. An Sonn- und Feiertagen waren die Dienststunden eingeschränkt. Bei Postverwaltungen blieben die Schalter von 8 - 12 und 14 - 19 Uhr, bei Expeditionen von 8 bis 12 und 14 - 18 Uhr offen. Postablagen bedienten das Postpublikum an Werktagen von 9 - 12 und 15 - 17 Uhr, öffneten jedoch mindestens 1 Stunde vor Ankunft des zustellenden Postboten. An Sonn- und Feiertagen war die Dienstzeit auf eine Schalterstunde (11 - 12 Uhr) beschränkt. Örtliche Abweichungen sind bekannt.

Postzustellung

An Werktagen wurde die Post am Sitz der Hauptexpeditionen 5x zugestellt, an Sonntagen 3x! Bei den sonstigen Expeditionen erfolgten ebenfalls mehrere Zustellungen an Werktagen.

Tu felix Bavaria eo tempore!

Briefkästen

Im Jahr 1845 hängte man in größeren Städten hölzerne Briefkästen mit austauschbaren Einsatzkästen aus Blech an stark frequentierten Stellen auf. Mit Einführung der Briefmarken wurde diese Einrichtung stark ausgebaut. Die anfänglichen Holzkästen ersetzte man durch solche aus  Gußeisen. Zusätzlich befanden sich Briefeinwürfe für frankierte Sendungen in allen größeren Postexpeditionen zur Vereinfachung der Briefannahme. Bei Einführung des Landpostbotendienstes (1858 bzw. 1860) erging an die einbezogenen Gemeinden die Anordnung einen Briefkasten aufzustellen. Sie waren aus Holz gefertigt und grün angestrichen.

Die Bahnpost setzte ab 1851 eigene Bahnpostwagen ein, die Briefeinwürfe zur direkten Briefauslieferung besaßen. Post konnte auch an allen Haltepunkten aufgegeben werden.

 

Vorderösterreichische
  Postkurse

1. Füssen - Weißbach - Kempter Wald - Kempten - Kimratshofen - Leutkirch (Diepoldshofen) - Bergatreute - Altdorf - Markdorf - Stockach

(mit Weiterführung nach Freiburg und Elsaß): 1523 unregelmäßiger, 1583-1744 wöchentlicher, 1744 bis 1806 wöchentlich zweimaliger Ritt

2. Bregenz - Nonnenbach (Wasserburg) - Eschach - Altdorf

1771 - 1778 wöchentlich zweimaliger Ritt

3. Bregenz - Weiler - Dorenwaid - Kempten

1771 - 1778 wöchentlich zweimaliger Ritt

4. Bregenz - Altdorf

1619 - 1771 Briefbote des Oberamtes Bregenz, wöchentlicher Gang

5. Freiburg - Lindau - Bregenz - Innsbruck

1778 - 1806 bis Bregenz tägliche Wagenfahrt, von dort täglicher Ritt

 

Taxische Postkurse

1. Augsburg - Memmingen - Leutkirch - Wangen - Lindau

1635 wöchentlicher, später wöchentlich zweimaliger, 1730 - 1744 wöchentlich dreimaliger, dann täglicher Ritt, von 1765 an zugleich wöchentliche Postwagenfahrt

2. Ulm - Biberach - Waldsee - Ravensburg - Tettnang - Lindau

1680 bis 1744 wöchentlicher, dann täglicher Ritt

3. Meersburg - Buchhorn - Lindau

1683 - 1786 wöchentlicher Ritt, dann tägliche Postwagenfahrt

4. Wangen - Holzleute - Kempten

1683 - 1730 wöchentlicher Ritt, dann ausgedehnt über

Eichholz - Memmingen bis Augsburg

5. Kempten - Wolfegg - Stadel - Mimmenhausen - Überlingen

1746 wöchentlicher Ritt, Ende unbekannt

 

IX. Katalog der Postorte

Hier und auf den nächsten Seiten möchte ich noch einmal eine Übersicht und Zusammenfassung über die Postorte im Westallgäu und im "Ringsherum" geben. Das Westallgäu steht im Mittelpunkt meiner Betrachtungen, aber wie weit geht das "Ringsherum" und welche zeitliche Begrenzung wähle ich? In meinen vorhergehenden Ausführungen habe ich mir ca. das Jahr 1870 als Grenze gesetzt. Nun gibt es aber noch eine Menge Daten aus der bayerischen Pfennigzeit 1875 bis 1920, die eigentlich für den Heimatsammler und diejenige bzw. denjenigen, die/der es werden will, interessant sind. So endet meine Übersicht mit dem Ende der bayerischen Post im Jahr 1920. Da sich der Begriff Westallgäu nicht mit dem Landkreis Lindau deckt, habe ich mich nach tiefem, tiefem Nachdenken entschlossen zum Westallgäu auch alle Postorte des Oberallgäus hinzu zu nehmen. Dann gibt es noch das "Ringsherum" im Württembergischen bzw. Vorarlbergischen. Hier beschränke ich mich auf die schon erwähnten Postorte aus der Taxiszeit.

Meine Quellen sind neben den schon früher genannten, die Handbücher von Peter Sem zur bayerischen Kreuzer- und Pfennigzeit, der Stationskatalog zur deutschen Vorphilatelie von Feuser/Münzberg, das Handbuch der bayerischen Poststempel von Karl Winkler und natürlich das Handbuch der bayerischen Ortstempel 1876 - 1920 von Joachim Helbig.

Da ich mir vorgenommen habe bei den Postorten auch die Poststempel abzubilden, stellt sich die Frage ob ich die in allen Handbüchern vorhandenen Bewertungen wiedergeben soll. Ich hätte dann Bewertungen in Münzbergpunkten, Winklerpunkten, Helbigpunkten, sowie Bewertungen in Euro von Sem. Mit Orientierung an all diesen Bewertungen habe ich mich entschlossen zu einer Bewertung in Euro entschlossen. Zur Problematik dieser Bewertung äußere ich mich am linken Rand.

 
Postorte im Westallgäu (Landkreis Lindau)

Aeschach

Eröffnet 1890 als Postablage vermutlich von Lindau, am 1.10.1898 in eine Postagentur umgewandelt. Äschach gehört heute zu Lindau.

Nr.1

Nr.2

Nr.3

Nr.4

?

Typ unbekannt
Bewertung nicht möglich

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
verwendet ? - 1911?
Bewertung 5 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
verwendet 1912 - 1920
Bewertung 5 €

Doppelkreiser
Typ Helbig 37R
Reservestempel
verwendet
 vermutlich 1911
Bewertung 50 €


Mit dem Stempel Nr. 3 wurden Marken der geschnittenen Ludwigsausgabe falsch gestempelt.

Auers

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Röthenbach b. Lindau am 1.4.1900, geschlossen am 1.9.1912. Auers gehört heute zur Gemeinde Röthenbach (Allgäu).

Nr.1

   

 

 

Bewertung 60 €

   

Biesenberg

Eröffnet als Posthilfstelle am 1.4.1900, geschlossen am 1.2.1914. Biesenberg gehört heute zur Marktgemeinde Heimenkirch.

Nr.1

   

 

 

Bewertung 35 €

   

Brugg b. Röthenbach

Eröffnet als Postexpedition am 1.4.1867, später in eine Postagentur umgewandelt, ab 21.12.1900 heißt es "Brugg i. Allgäu". Brugg gehört heute zur Gemeinde Gestratz.

Mühlradstempel:

I.  --
II. --
III. 512 offen (von Tann übernommen, lt. Winkler Ersttagsbrief bekannt)

Bewertung auf Marke 90 €, auf Brief 300 €

Nr.1

Nr.2

Nr.3

Nr.4

Halbkreisstempel
Typ Winkler 12a
Groteskschrift
verwendet 1876 - 1880
Bewertung siehe unten

Einkreiser
Typ Helbig 21a
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
mit Stunde
ohne Jahreszahl
verwendet 1880 - 1883
Bewertung 10 €

Einkreiser
Typ Helbig 21b
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
mit Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1883 - 1897
Bewertung 5 €

Einkreiser
Typ Helbig 30 b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1898 - 1900
Bewertung 0 €

 

Bewertung Brugg Nr.1: auf Brief mit Marken der Wappenausgaben 14/21 ca. 120 €, auf Briefen mit den Wappenausgaben 22/36 ca. 60 €, in der Pfennigzeit 20 €.

Der Einkreiser Brugg Nr. 3 wurde im Mai 1887 repariert. Während der Dauer der Reparatur kam der Aushilfsstempel zum Einsatz.

Nr. 5

Nr. 6

Nr. 7

?

Einkreiser
 Typ Helbig 30 b
 kleine Grotesk
 doppelte Stunde
 mit Jahreszahl
 verwendet 1900 - 1905
 Bewertung 0 €

Nachfolgestempel unbekannt

Aushilfsstempel
Typ Helbig A3.2
verwendet 6.3.-30.4.1898/
22.2.?-21.5.1887/
1.2.?
Bewertung 10 €

Dorenwaid(heute Ortsteil von Gestratz)

Am 1. 2. 1771 wurde der vorderösterreichische Postkurs Bregenz - Weiler - Dorenwaid - Kempten eröffnet. Die Auseinandersetzung der vorderösterreichischen Post mit der taxischen Reichspost strebte dem Höhepunkt zu. Zumindest ab diesem Datum bestand in Dorenwaid eine vorderösterreichische Poststation.

Ab dem 1. 4. 1777 wurde dieses vorderösterreichische Poststation eine vorderösterreichische TT-Lehenspostanstalt, geschlossen 1778, da in diesem Jahr der obige Postkurs wieder eingestellt wurde.

Ebratshofen

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Harbatzhofen am 1.10.1900. Ebratshofen gehört heute zur Gemeinde Grünenbach.

Nr.1

Nr. 2

verwendet 1900 - ?
Bewertung 25 €

verwendet 1914
Bewertung 25 €
lag auf Wertbrief vor: 100 €

Ellhofen

Eröffnet als Postexpedition am 1.11.1892, später dann Postagentur, ab 17.12.1902 "Ellhofen i. Allgäu". Ellhofen gehört heute zur Marktgemeinde Weiler-Simmerberg.

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Einkreiser
Typ Helbig 30 b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1892 - 1902
Bewertung 10 €

Einkreiser mit
Gebietsangabe
Typ Helbig 35
"i. ALLGÄU"
verwendet 1902-1906
Bewertung 5 €

Einkreiser mit
Gebietsangabe
Typ Helbig 35
"i. ALGÄU"
verwendet 1906/14
Bewertung 5 €

Enzisweiler

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Lindau i.B. 1898, am 1.10.1899 in eine Postagentur umgewandelt. Enzisweiler gehört heute zur Gemeinde Bodolz.

Nr.1

Nr. 2

Nr. 3

verwendet 1898 - 10.99
Bewertung 50 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1899 - 1912
Bewertung 10 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1912 - 1920
Bewertung 5 €

Nr.4

     

     

Zweikreiser
Typ Helbig 37R
Reservestempel
verwendet ca. 1912
Bewertung 50 €

     

Gossholz

Eröffnet am 1.8.1890 als Postexpedition, später Postagentur. Gossholz ist heute ein Ortsteil von Lindenberg im Allgäu.

Nr.1

Nr.2

Nr.3

Nr.4

Einkreiser
Typ Helbig 21b
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
mit Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1890 -
Bewertung 10 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1900 -
Bewertung 5 €

 

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
"SS" eckig
doppelte Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1912 - 1920
Bewertung 5 €

Doppelkreiser
Typ Helbig 37R
Reservestempel
verwendet ?
Bewertung 40 €

 

Nr.5

   

ohne Abbildung

 

 

Aushilfsstempel
Typ Helbig A3.2
verwendet ?
Bewertung 40 €

   

Harbatshofen

Eröffnet am 12.10.1853 als Postexpedition, im Zuge mit der Eröffnung der Bahnlinie Augsburg - Lindau.  Es bestand Personalunion mit der Bahnstation. Harbatshofen gehört heute zur Gemeinde Stiefenhofen. Harbatshofen liegt an der ehemaligen Salzstraße Kempten-Weitnau-Schüttentobel-Weiler. Einen Botenverkehr hat es nicht gegeben. Bis 1904 schrieb sich Harbatshofen mit "Z", d.h. zu diesem Zeitpunkt muss es einen Stempelwechsel gegeben haben.

Mühlradstempel

I.   550
II.  179
III.  --

 

MR 179 hier wohl in Langenzenn Mf verwendet, da es sich um eine MiNr 2 I handelt. Mehr über MRs hier...!

Bewertung MR 550 auf Marke 20 €, auf Brief 45 €
Bewertung MR 179 auf Marke 20 €, auf Brief 30 €

Nr. 1

Nr. 2

Halbkreisstempel
Typ Winkler 11b
Antiqua, höhere Form
verwendet 1853 - 1876
Bewertung auf Brief mit Marken der Ausgabe 2/7 ca. 70 €, als Umtauschstempel 120 €, Ausgabe 8/13 ca. 50 €, Ausgabe 14/21 ca. 40 €, Ausgabe 22/36 ca. 30 €, Pfennigzeit 20 €

Halbkreisstempel
Typ Winkler 12a
Grotesk
verwendet - 1879
Bewertung 15 €

Nr. 3

Nr. 4

Nr. 5

Nr. 6

ohne Abbildung

Einkreiser
Typ Helbig 21a
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
mit Stunde
ohne Jahreszahl
verwendet 1879 - 1882
Bewertung 5 €

Punktstempel
Typ Helbig 28a
Grotesk
Monat in Ziffer
einfache Stunde
ohne Jahr
verwendet ca. 1883
Bewertung 25 €

kleiner Schwabenstempel
Typ Helbig 27b
verwendet 1886
Bewertung 75 €

'tschuldigung für die beiden verzerrten Scans!

Einkreiser
Typ Helbig 21b
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
mit Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1887 -
Bewertung 0 €

Nr. 7

Nr. 8

Nr. 9

Nr. 10

ohne Abbildung

Rinkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1901 -
Bewertung 5 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1912/14
Bewertung 5 €

Typ Helbig unbekannt
Bewertung 5 €

 

Zweikreiser
Typ Helbig 37R
Reserverstempel
verwendet ?
Bewertung 35 €

Nr.11

   

 

 

Aushilfsstempel
verwendet 28. 3. 1896
Bewertung 40 €

   

In Harbatshofen ist zumindest ein Landbriefträgerstempel nachgewiesen. Es handelt sich um einen kleinen Einkreiser ca. 15 mm Durchmesser mit der Beschriftung "H2". Das große "H" steht für Harbatshofen. Die Nr. 2 kennzeichnet den Landpostort. Sem nennt als Landpostort "Bayerhöfen". Es gibt im oberen Landkreis Lindau  kein "Bayerhöfen". Aber es gibt "Maierhöfen" in Nähe zur Bahn- und Postexpedition Harbatshofen. Ich denke, hier handelt es sich um einen Lesefehler, und der Landbriefträgerstempel ist "Maierhöfen" zuzuordnen.

Wo es einen Landbriefträgerstempel "H2" gibt, muss es zumindest auch einen "H1" geben. Vermutlich sogar noch weitere. Wenn jemand Auskunft geben kann, bitte ich um Mitteilung.

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