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Die Post im Westallgäu

Seite 13

 
 
Hämmerle-Brücke 1853 auf der Bahnstrecke zwischen Heimenkirch und Hergatz, Zeichnung von Herrle

Die Eisenbahnstation Heimenkirch

Quelle: Artikel von Ludwig Scheller in Westallgäuer Heimatblätter 13. Band 1975 S.3

Heimenkirch liegt an der Bahnstrecke Kempten-Lindau. Vor 1900 fuhren zwar täglich 28 Züge durch den Ort. doch der Reisende aus Heimenkirch musste zu Fuß nach Röthenbach oder Hergatz, wenn er die Eisenbahn benützen wollte. Begreiflich, dass die Gemeindeverwaltung alles daran setzte, um zu einer Station zu kommen. Aber die Lage war nicht einfach. Die Regierung lehnte ein solches Ansinnen grundsätzlich ab. Es blieb nur eine Möglichkeit, an eine Lokalbahn zu denken, wie sie zwischen Weiler und Röthenbach schon verwirklicht war. Das jedoch setzte erhebliche Summen voraus und diese Bahn musste unter gemeindlicher Verwaltung stehen. Eine weitere Schwierigkeit kam dazu, dass der Schienenstrang ja Staatseigentum war. Doch endlich kam es un der Abgeordnetenkammer des Landtags zu einer Debatte, zu der wir aus dem "Anzeigeblatt für das westliche Allgäu" des Jahres 1897 folgendes entnehmen:

"Bisher war die Errichtung einer Station in Heimenkirch wegen der Steigungsverhältnisse nicht möglich, andererseits ist aber das außerordentliche Bedürfnis einer solchen von der Regierung vorbehaltlos anerkannt, da Heimenkirch ein außerordentlich großes Hinterland bis nach Württemberg hinein hat. Nun endlich, nachdem auf dieser Strecke eine Doppelgeleise gelegt wird, ist es möglich, den Wünschen von Heimenkirch und Umgebung insoweit nachzukommen, als Lokalzüge eingelegt werden. Diese können dann, was den durchgehenden Zügen nicht möglich ist, an einer hierzu errichtenden Station anlegen und auch für den Güterverkehr eingerichtet werden.

Hiermit wurden im Wesentlichen die Wünsche der Gesuchsteller befriedigt und es beantragt der Ausschuss, die Petition als für erledigt zu erachten. Abgeordneter Seeberger: Die Petition ist sehr alt, sie sei schon kein Schmerzenskind mehr, sondern ein Schmerzensmann. Die Bevölkerung sei infolge der jahrelangen vergeblichen Bemühungen etwas verstimmt und mißtrauisch geworden und er bitte daher die Regierung, zur Beruhigung der Bevölkerung diese Erklärung im Plenum zu wiederholen." Der Abg. Wagner sprach ebenfalls seine Freude aus und bemerkte, der Bürgermeister von Heimenkirch habe ihm geschrieben, dass in der Gemeinde allgemeine Befriedigung eingetreten sei. Der Staatsminister Frhr. v. Crailsheim: "Um auch zur Beruhigung des Abg. Seeberger beizutragen (Heiterkeit) stehe ich nicht an, auch hier zu erklären, dass beabsichtigt ist, nach Herstellung des Doppelgleises Lokalzüge zwischen Hergatz und Röthenbach einzurichten, welche in Heimenkirch und vielleicht auch in anderen hierzu geeigneten Punkten halten können."

Es sollten aber noch drei Jahre vergehen, ehe in Heimenkirch die Züge halten konnten. Dann aber war es endlich so weit! Am 6. Januar 1900 wurde die Bahn eröffnet. Hierzu erschien folgende  Einladung: "Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, dass die Eröffnung der Lokalbahn Röthenbach-Hergatz nunmehr definitiv auf Samstag, den 6. Januar 1900 (Hl. Dreikönig) festgesetzt ist und richten gleichzeitig an die verehrliche Einwohnerschaft unserer sämtlichen Nachbargemeinden die freundlichste Einladung, sich an unserer Eröffnungsfeier  recht zahlreich zu beteiligen. Gemeindeverwaltung Heimenkirch. Ellgaß, Bürgermeister"

 
Kirche von Hergensweiler

Hergensweiler

Hergensweiler war ein Amt der Freien Reichsstadt Lindau und wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Bretzenheim als ein Teil des neugebildeten Fürstentums Lindau zugesprochen. Diese vertauschten es 1804 an Österreich, welches es 1805 an Bayern abtreten musste. Hergensweiler gehört heute zur Gemeinde Sigmarszell.

 

Fahrpoststempel

(nach Winkler)

Die Fahrpost umfasste den Paket- und Wertsachenverkehr mit Ausnahme schwerer und sperriger Güter, die von den Güterbestättereien und später Güterexpeditionen der Bahnämter besorgt wurden. Den Postweg der Pakete, Wert- und Geldsendungen begleitete in Vertretung einer Paketkarte oder Postanweisung damals der Fahrpostbrief. Dementsprechend zeigen diese Briefe außer der Gewichts- oder Wertangabe in Pfund und Loth bzw. Gulden und Kreuzer noch eine Fahrpostnummer, bei Streckenwechsel oft mehrere Fahrpostnummern und selbstverständlich die Taxierung.

Diesen Vermerken Rechnung tragend, ging man, wenigstens bei größeren Ämtern, schon vor 1800 dazu über Fahrpoststempel zu verwenden, die durch ihre Formgebung Raum für den Eintrag der Fahrpostnummer, in einigen Fällen auch für die Gewichtsangabe vorsahen. Die kleinen Ämter benutzten auch für die Fahrpost die üblichen Briefstempel, besonders aber den Einzeiler (Winkler Typ 7), der etwa ab 1840 auch bei größeren Ämtern die Sonderformen wieder verdrängte und z.T. bis nach 1865 verwendet wird. Manche Postorte schufen eine nette Lösung dadurch, dass sie unter Weglassung der Datumseinsätze ihre Fingerhut- und Halbkreisstempel zum Eintrag der Fahrpostnummer geeignet machten. Etwa ab 1870 treffen wir bei einigen großen Ämtern, so z.B. in Nürnberg und Regensburg, neue mehrzeilige Rahmenstempel.

Bei den Fahrpoststempeln gibt es eine ganze Reihe von Ausnahmeformen. Soweit die Laufzeit vor etwa 1820 liegt, sind sie fast durchwegs als sehr selten anzusprechen.

 
         
 
 
 
 
 

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Heimenkirch

Eröffnet 1890 als Postablage von Röthenbach ?, zur Postexpedition erhoben am 1.8.1892, später Postagentur.

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Nr. 4

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1890 -
Bewertung 30 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
doppelte Stunde
mit Jahreszahl
verwendet 1916 - 1920
Bewertung 5 €

Stegstempel ohne Schraffur
Typ Helbig 41
verwendet 1922
Bewertung 0 €

Zweikreiser
Typ Helbig 37R
Reservestempel
verwendet 29.11.1927
Bewertung 25 €

Die Bewertung für Heimenkirch Nr. 1 gilt nur für die Zeit der Postablage Heimenkirch. Die späten Postablagen führten meistens keinen Postablagestempel mehr, sondern verwendeten die üblichen Einkreiststempel. Als Expeditionsstempel kann man sicherlich nur einen Wert von 10 € ansetzen.

Bei dem Stempel Heimenkirch Nr. 3 handelt es sich um einen bayerischen Stempeltyp, wie er auch zu bayerischer Zeit schon verwendet wurde. Vermutlich deshalb führt ihn Helbig auch in seinem Handbuch auf, obwohl er eine Verwendung erst ab 1922 angibt.

Hergatz

Eröffnet am 12.10.1853 als Expedition mit Eröffnung der Bahnlinie in Personalunion mit der Bahnstation.

Mühlradstempel

I.   551
II.  196
III. 196

 

auf Marke 90 €
auf Brief 190 €

auf Marke 90 €
auf Brief 150 €

auf Marke 40 €
auf Brief 60 €

       

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Nr. 4

ohne Abbildung

Halbkreisstempel
Typ Winkler 11b
Antiqua
höhere Form
verwendet 1850- ca. 1870
Bewertung Brief mit 2/7 ca. 250 €
Umtauschstempel 350 €
danach 130 €

Halbkreisstempel
Typ Winkler 12a
Grotesk
verwendet ca. 1870-1880
Bewertung 100 €

Schwabenstempel
Typ Helbig 26a
Grotesk
Datum in Ziffern
ohne Stunde und ohne Jahr
verwendet ca. 1867-1876
Bewertung Kreuzerzeit 150 €
in Blau 200 €
Pfennigzeit 40 €

Schwabenstempel
Typ Helbig 26b
Grotesk
Datum in Ziffern
ohne Stunde mit Jahr
verwendet ca. 1867-1877/80
Bewertung Kreuzerzeit 150 €
Pfennigzeit 30 €

 

Nr. 5

Nr. 6

Nr. 7

Nr. 8

ohne  Abbildung

Einkreiser
Typ Helbig 21a
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
mit Stunde ohne Jahr
verwendet 83/84
Bewertung 15 €

Punktstempel
Typ Helbig 28d
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde
 mit Jahr
verwendet 1.85-5.87
Bewertung 25 €

Einkreiser
Typ Helbig 21b
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
mit Stunde und Jahr
verwendet 1888-
Bewertung 10 €

unbekannt
Helbig nimmt an, dass es zwischen ca. 1890 bis 1916 zwei Stempeltypen gibt
Bewertung 10 €

Nr. 9

Nr. 10

Nr. 11

Nr. 12

EInkreisstempel
Tap Helbig 30b
verwendet 1913 -
Bewertung 10 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
halbhohe Grotesk
Monat in Buchstaben
mit Doppelstunde und Jahr
verwendet 1917-1920
Bewertung 5 €

Doppellkreiser
Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ?
Bewertung 30 €

Aushilfsstempel
Typ Helbig A3.2
verwendet 19.10.1880, 27.4.-14.5.1887
Bewertung 15 €

Nr. 13

Nr. 14

 

 

Aushilfsstempel
Typ Helbig A5.2
verwendet 28.4.? Bewertung 25 €

 

Aushilfsstempel
(So sieht ihn Helbig. Wenn es ein Aushilfsstempel ist, dann ist es einer für eine Bahnpost auf der lokalen Strecke Hergatz-Röthenbach, siehe den Artikel darüber im rechten Rand. Vielleicht handelt es sich hier aber auch um einen halboffiziellen Versuch mit einer Bahnpost für diese winzige Strecke. Einen richtigen Bahnpoststempel Hergatz-Röthenbach habe ich noch nicht gesehen.)
verwendet 28.2.-11.1902

 

Hergensweiler

Eröffnet 1898 als Posthilfstelle Taxe Schlachters, ab 1.6.1899 Postagentur.

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Posthilfstelle
verwendet 1898-1899
Bewertung 50 €

 

Einkreiser
Typ Helbig 30b
Monat in
 Buchstaben
Doppelstunde
mit Jahr
"R-Fuß eng"
verwendet 1899-1909
Bewertung 20 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
Monat in
 Buchstaben
Doppelstunde
mit Jahr
"R-Fuß weit"
verwendet 909-1920
Bewertung 10 €

Nr. 4

 

 

 

     

Doppelkreiser
Reservesetempel
Typ Helbig 37R
verwendet 4.1909
Bewertung 50 €

     

Hoyren

Eröffnet 1898 als Posthilfstelle Taxe Lindau, heute Stadtteil von Lindau.

Nr. 1

Nr. 2

Posthilfstelle
verwendet 1898-
Bewertung 25 €

Posthilfstelle
verwendet 1914-1920
Bewertung 25 €

Ihlingshof

Eröffnet am 1.7.1901 als Posthilfstelle Taxe Simmerberg, geschlossen am 10.1.1908.

Nr. 1

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1901-1908
Bewertung 50 €

 

Irsengund

Eröffnet am 16.7.1900 als Posthilfstelle Taxe Oberreute.

Nr. 1

Nr. 2

Posthilfstelle
verwendet 1900-
Bewertung 15 €

Posthilfstelle
verwendet 1904
Bewertung 15 €

Nr. 3

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1912-1920
Bewertung 15 €

 
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