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Die Post im Westallgäu

Seite 16

 
 
 

Der Lindenberger Pferdehandel

im Volksmund Kuppel-Roß, und Spedition der Pferde von Lindenberg nach Italien

Quelle: Westallgäuer Heimatblätter 1935, 6. Band S.17

Der erste wichtige Meilenstein in der Entwicklung der Stadt Lindenberg war der Pferdehandel. Wann setzte in Lindenberg der Pferdehandel ein?

Der erste bekannte Pferdehändler war Hans Georg König, geb. 17. Januar 1637 in Lindenberg, gestorben 1. Oktober 1712 in Lindenberg. Er reiste mit den Pferden bis nach Palermo und Messina auf Sizilien. Demnach war er der erste Lindenberger, der den Pferdehandel in die Hand nahm und große Reisen machte, um Handelsbeziehungen anzuknüpfen und auszuwerten.

Nur durch solche zu außenstehenden Handelskreisen, in diesem Falle zu italienischen, ist es auch zu erklären, dass es diesem Handelspionier gelang, den Pferdehandel über Lindenberg zu leiten, das weder eine günstige Lage, noch gute Verbindungsstraßen in die Waagschale zu werfen hatte. Aber Hans Georg König hatte den eisernen Willen und den nötigen Einfluss, dass das unansehnliche kleine Gebirgsdorf Lindenberg der Durchgangspunkt des Pferdehandels wurde und Lindenberg eine Beschlagstation erhielt, wo die Pferde für die weite Reise ausstaffiert wurden.

Die Lindenberger haben unzählige Pferde nach Italien geliefert auf eigene Rechnung und Risiko. Auch haben bedeutende italienische Pferdehandels-Firmen, die hauptsächlich in Luxuspferden handelten, ihren Einkauf und Spedition durch Lindenberger besorgen lassen, so unter anderem die Firmen Fratelli Valerio in Mailand, sowie Fratelli Gatti in Mailand. Der Gegenwert wurde von namhaften Wechselhäusern in Deutschland angewiesen. So war das alte Patrizierbankhaus Paul von Stetten in Augsburg eine bekannte und beliebte Bankverbindung. Jeder Bayernsammler hat zumindestens schon einmal einen  Bankbrief des Bankhauses Paul von Stetten nach Italien gesehen.

Oft waren 20 - 40 und noch mehr Lindenberger auf Reisen nach Italien. Die Pferde kamen von Holstein, Mecklenburg, Oldenburg, Friesland und Hannover und gingen bis nach Rom und Neapel, der Großteil verblieb in Oberitalien, in Mailand, Turin und Florenz. Braucht man sich da wundern, wenn viele Lindenberger des Italienischen mächtig waren? Die Knechte bekamen gewöhnlich vom Tage der Abreise bis zur Rückkehr pro Tag einen Kronenthaler = 2 fl 42 kr. Dies war für die damalige Zeit ein außergewöhnlich hoher Lohn. Es war das Vier- bis Fünffache was ein Tagelöhner verdiente. Stallmeister und die mit der Oberaufsicht und Leitung des Geschäftes Betrauten wurden entsprechend höher bezahlt. Der Pferdehandel brachte den Lindenbergern große Summen Geldes ein, viele Tausende von Gulden als reinen Verdienst.

Aber nicht nur die direkt Beteiligten konnten sich ein schönes Stück verdienen, sondern auch alle, welche mit dem Pferdehandel in Fühlung standen, so die Gastwirte, Schuster, Schneider und Seiler und besonders die Hufschmiede hatten ein schönes Einkommen.

In Anbetracht des regen Handels in Lindenberg versuchte die Nachbarstadt Wangen, sich einen solchen Verdienst zu sichern und gab sich alle Mühe, den Zug dieser Pferde über Wangen zu leiten. Aber Wangen brachte es nicht weiter, als dass nur ein einziger Zug Pferde einmal über Wangen geleitet wurde und dann die Pferde nach wie vor den alten Weg über Lindenberg genommen haben. Es ist bemerkenswert, dass alle Versuche, diesen Handel und Spedition der Pferde von Lindenberg wegzubringen, immer mißlungen sind. Es dürfte wohl hauptsächlich dem Umstand zu verdanken sein, dass in Lindenberg ein wohlgeschulter Stab von Pferdekennern und Transporteuren vorhanden war, ebenso waren die Schmieden auf den Pferdehandel zugeschnitten. In Lindenberg war der Sammelpunkt diesseits der Alpen, hier wurden die Pferde beschlagen, gepflegt, um den Anstrengungen der bevorstehenden weiten Reise nach dem Süden gewachsen zu sein.

Ein Stationsverzeichnis (Itenerario per la condotta dei cavalli) aus dem Jahre 1855 nennt uns auch die Ortschaften, durch welche diese Kuppelpferde-Transporte kamen. Von Oldenburg und Hannover gings durch Mitteldeutschland nach Bayern. In Oberhausen bei Augsburg war ein Hauptquartier.  Dann erfolgte der Transport über Schwabmünchen, Buchloe, Kaufbeuren, Obergünzburg, Kempten, Ebratshofen, Lindenberg, Niederstaufen, Lautrach, Götzis, Altenstadt, Balzers (Liechtenstein), Chur, Thusis und Andeer (Schweiz). Von hier ging die alte Route über den Bernhardino. Von 1852 an, aber wegen politischer Angelegenheiten im Kanton Tessin, über den Splügen nach Oberitalien. Ein anderer Transportweg führte von Oberhausen auf der belebten Reichsstraße über Landsberg, Partenkirchen, Mittenwald und über den Brenner nach Verona und Padua.

Ein Transport mit etwa 24 Pferden wurde von vier Männern, darunter ein Stallmeister, geleitet und dauerte bei täglich ungefähr fünfstündigen Marsche zwei Monate. Von Jever (Oldenburg) bis Mailand (Italien) waren es 60 Stationen. Alljährlich wurden 3 - 4 solcher Reisen gemacht.

Es ist klar und war vorauszusehen, dass mit der Eröffnung der Gotthard-, Brenner- Arlbergbahn die alte Beförderungsweise auf der Straße nach und nach aufhörte. Von 1865-1868 kamen noch 16 Transporte mit zusammen 253 Pferden durch Lindenberg. Der letzte Transport mit 12 Pferden war vom 13. bis 15. September 1868 in Lindenberg unter Führung des Johann Georg Huber, dessen Brüder Antonio, Gebhard und Martino 1875 das große, weitbekannte Pferdegeschäft von Fratelli Valerio übernommen haben.

Nachtrag:

Um das Jahr 1750 brachte der Lindenberger Pferdehändler Franziscus Antonius König, der Stallmeister des Königs von Sardinien war, die ersten Kartoffeln nach Lindenberg, überhaupt nach dem Allgäu.

 
         
 
 
 
 
 
 
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Lindenberg im Allgäu

Lindenberg war bis zum 19. Jahrhundert ein Gebirgsdorf auf dem Pfänderrücken. Allerdings seit dem 17. Jahrhundert ein Gebirgsdorf mit Fernhandelsverbindungen nach vielen großen Städten Italiens, ja bis nach Sizilien. Was gehandelt wurde? Nein, keine Strohhüte, noch nicht, edle Pferde wurden gehandelt. Lindenberg war diesseits der Alpen ein Zentrum des Pferdehandels nach Italien. Für diesen Pferdehandel war es nicht wichtig, dass Lindenberg abseits der Handels- und Landstraßen lag. Am rechten Rand finden sie einen Artikel darüber. Dieser Pferdehandel hat sich sicher auch in internationaler Korrespondenz einerseits nach Norddeutschland und andererseits nach Italien niedergeschlagen. Wie werden die Pferdehändler diese Korrespondenz abgewickelt haben? Vermutlich durch Boten und vielleicht auch durch die vorderösterreichische Post. Dass sie das taxische Reichspostamt in Lindau benutzt haben, ist nicht sehr wahrscheinlich. Lindau war ja Ausland.

Verleihung des Marktrechts

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts blühte die Strohhutproduktion auf. Transportiert wurden die Strohhutfrachten nach der Schweiz, nach Württemberg, Hohenzollern, Oberbayern, Österreich und Südtirol mit Boten. Das Frachtaufkommen wurde immer größer und führte 1862 endlich zur Eröffnung einer Postanstalt.

Eröffnet vor dem 15.5.1861 als Postablage der Postexpedition Weiler, zur Expedition am 1.7.1862, Telegraphenstation 1874.

Mühlradstempel

I.   -
II.  -
III. 778

   
 

Bewertung
auf Marke 20 €
auf Brief 90 €

   

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Postablage
verwendet 14.5.1861-30.6.1862
Bewertung auf Marke 125 €
auf Brief 350 €

Halbkreisstempel
Typ Winkler 12a
Grotesk
verwendet 1862-1875
Bewertung 20 €

Einkreiser
Typ Helbig 21a
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde ohne Jahr
verwendet ca. 1862-1881
Bewertung Kreuzerzeit 20 €
Pfennigzeit 0 €

 
 

Nr. 4

Nr. 5

Nr. 6

Nr. 7

Einkreiser
Typ Helbig 21a
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde ohne Jahr
verwendet 1882-1884
Bewertung 0 €

Normstempel
Typ Helbig 25b
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
mit Stunde und Jahr
verwendet 1885-1891
Bewertung 0 €

Einkreiser
Typ Helbig 21b
hohe Grotesk
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde
 mit Jahr
verwendet 1889-1893
Bewertung 0 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
mittelhohe Grotesk
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde
 mit Jahr
verwendet 1882-1884
Bewertung 10 €

Nr. 8

Nr. 9

Nr. 10

Einkreiser mit Gebietsangabe
Typ Helbig 35
Grotesk
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde mit Jahr
verwendet 1896-1898
Bewertung 10 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde
 mit Jahr
verwendet 1900-1907
Bewertung 5 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde
 mit Jahr
verwendet 1909-
Bewertung 0 €

 
Lindenberg 1902
 

Nr. 11

Nr. 12

Nr. 13

Einkreiser mit Gebietsangabe
Typ Helbig 35
Grotesk
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde mit Jahr
verwendet 1913
Bewertung 10 €

Einkreiser
Typ Helbig 30b
kleine Grotesk
Monat in Buchstaben
doppelte Stunde
 mit Jahr
verwendet 1919-1920
Bewertung 0 €

Zweikreiser
Typ Helbig 37c
"SCHW"
mit Buchstabe
 und Ziffer
verwendet 1904-1908
Bewertung 5 €

Nr. 14

Nr. 15

Nr.16

Nr. 17

Zweikreiser
Typ Helbig 37c
"Schw"
mit Buchstabe
 und Ziffer
verwendet 1908-1920
Bewertung 5 €

Zweikreiser
Typ Helbig 37c
"2 b SCHW"
mit Buchstabe
 und Ziffer
verwendet 1904-1908
Bewertung 5 €

Zweikreiser
Typ Helbig 37c
"2 b Schw"
mit Buchstabe
 und Ziffer
verwendet 1908-1920
1912 repariert
Bewertung 5 €

Zweikreiser
Typ Helbig 37c
verwendet 1915
Bewertung 5 €

Nr. 18

Nr. 19

 

 

 

 

Zweikreiser
Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet?
Bewertung 50 €

Aushilfsstempel
Typ Helbig A3.2
verwendet 30.10.1884 u. 17.6.87
Bewertung 30 €

 

 

   
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