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Die Post im Westallgäu

Seite 27

 
 
Bayerischer Briefkasten 1884

Beschreibung der Herrschaften Bregenz und Hohenegg ca. 1740

(Autor nicht genannt)
veröffentlicht in
Westallgäuer Heimatblätter
Bd. 2 Nr. 6 S. 23
Juni 1925

Die Landschaft haist man gemeiniglich Vorarlberg, die beede Herrschaften in specie aber, vomb welche die Frage zuethuen, werde Bregenz, und Hohenegg benambst, es liegen zwar in Vorarlberg mehrere Herrschaften, benantlich Veldkirch, Bludenz und Sonnenberg.

Disses seindt lauther österreichisch orth, und respective municipal Städt, welche sambtlich auf österreichisch grundt und Boden ligen, außer das zwischen der herrschaft Bregenz und Veldkürch, die Reichsgraffschaft Hohenembs gelegen.

Die herrschaft Bregenz ist in ihrem bezürckh wenigstens 16 stund lang, die herrschaft Hohenegg aber, vihl die Jurisdiction betrüft, bey 4 stund, was aber die Collectation berühret seind collectable underthanen auch in dem bischöflich-Augspurgisch, und reichsgräflich-Königsegg-Rothenfelsisch: auch gräflich_Trauchburgisch: et vicihsim

Die Herrschaft Bregenz stoßt ahn Lindau, Wangen, Eglofs, Trauchburg, Ißni, Kempten, Rothenfels und Staufen, ahn den inneren Bregenzer-Waldt, item ahn in der Herrschaft Veldkürch gehörigen Dornbühren, St. Johann, Höchst und Fußach. Die beede in die herrschaft gehörige Gerichten Tamberg und Mittelberg aber gränzen das erstere ahn das gericht Ehrenberg in Tyrol, von ausgang, von nidergang ahn den den inneren Bregenzer-Waldt, von Mitternacht ahn das gericht Mittelberg und von Mittag ahn die Herrschaft Sonnenberg; das andere aber ahn das bischöflich-Augspurgische zu Oberdorf, von Mitternacht, von Mittag ahn das gericht Tamberg, von ausgang ahn das Lechthall, gericht Ehrenberg, von nidergang ahn den Bregenzer-Waldt.

Der halbe Thaill der Herrschaft Bregenz, mit sambt der Herrschaft und Vöste Hohenegg, ist von Erzherzogen Sigismundo von Österreich dem hauß Montforth abgekauft worden, der andere halbe Thaill aber ist von den grafen Hugo von Montforth und Herren zu Bregenz dem Kayßer Ferdinando primo als damals noch Infanten von Spanien, und Erzherzogen, namlich sein halber Thaill ahn Burg, Schloß, Stadt, und mit allen gerechtigkheiten und zuegehör, sambt der Vogtey und Vößte Tallerdorf, nichts ausgenohmen, doch dem Römischen Reich ahn seiner Lehenschaft ohnvergriffen, auch dem gottshauß St. Gallen seine Lehenschaft deß Lehenshofs zu Hohenweyller und Mayerhofs zu Rieden vorbehalten, umb 50 000 fl. rheinisch verkauft worden, nach außweiß Kaufsbrieftde dato 5. septembris 1523

Dahero dan auch die Herrschaft in zwye namblich den alten und neiven thaill abgethaillet würdet, der Erstere oder alteThaill hat in sich die gerichten Hoffsteig, Alberschwende, Lingenau, Tamberg und Mittelberg, welche noch andere denen herrn Grafen von Montforth der Leibeigenschaft entlassen worden, und alß freye läuth ahn das Allerdurchlauchtigste Erzhauß von Österreich gekommen seindt; und den anderen oder neiven Thaillaber gehören die gerichte Hofrieden, Altenburg, Khellhöft, Simmerberg oder Stadels genannt, Grünenbach oder Tallersdorf genant, Sulzberg, und die Herrschaft Hohenegg, welche sambtlich noch als leibaigene ahn das Allerdurchlauchtigste Erzhauß von Österreich gekommen, die gerichte Hofrieden, Grünenbach, Simmerberg, und Sulzberg aber, seindt anno 1713 deß manicipats allergnädigst entlassen, das allso annoch die Herrschaft Hohenegg welche ein lehen von dem fürstlichen Stück Kempten, wie auch beede von denen Herren von Altenburg herkommen und das erstere namblich Alzenburg von dem fürstlichen Stück St. Gallen Lehen ist, in manicipatu stehen, woraus sich dab ergibet, das die beede Herrschaften Bregenz und Hohenegg in 12 gerichteren, benantlich in dem neiven thaill der Herrschaft, oder Tügen Hohenegg, gerichten Altenberg, in dem altenthaill aber den gerichten Hoffstaig, Lingenau, Alberschwende, Tamberg und Mittelberg bestehet.

 
Kloster Lenzfried bei Kempten

Die beeden gerichte Tam- und Mittelberg haben sich selbsten von denen Herren von Haimbhofen ledig gemacht, und erkauft; waren anfänglich nur ein gericht und haben sich in anno 1453 ahn das hauß Österreichs vergeben, auch hat das gericht Tamberg von Erzherzogen Sigismundo in anno 1521: das privilegium erhalten, daß selbes anstatt der vorhin gegebenen 100 fl. Steur in das künftige allein 50 rheinische gulden zuegeben haben solle.

Die Herrschaft Hohenegg hat in sich drey Pfarreyen , benantlich die Pfarrey Ebratshofen, yber welche das Patronatus dem allerdurchlauchtigsten Erzhauß von Österreich zuständig, und daßiger Parochus Decimator jedoch aber ein gelößtes quantum haaber alß Vogtrecht in das ambt Hohenegg zuegeben schuldig ist.

Die andere pfarrey ist Weitnau, welche ein jeweilliger Domb-Probst zu Constanz qua palis zur Conferierung auch daselbstigen Pfarrer den zehenden zuebeziehen hat. Die dritte pfarrey ist Rechtis, welche die daßige Comunität zuevergeben hat, und ist ahn sichselbsten kein investiertes Beneficium, auch gar klein, und von sehr geringem ertrag; ybrigens seindt die Hoheneggischen Underthanen, thaills auch nach Hellengerst, in das fürstliche Stück Kemptisch Hindelang in dem bischöflich-augspurgisch: auch nacher Müßen, in Reichs-gräflich-Königseggisch-Rothenfelsischen pfärrig.

Es befindet sich auch in dickhermelter Herrschaft Hohenegg, in dem dorff Weitnau, ein von ihrer Mayestät unserem Allergnädigsten Landsfürsten, und Herren aufgestellter Subalterner Amman, welcher das Camerale zu verwalthen, auch als Staabhalter die Schäff, Tausch, und alle Contract, auch Waysenrechnungen, zue verschreiben, seine rechnung aber eines jeweiligen Herren Ambtman zu Bregenz, zue bestellen, in dem ybrigen jedoch keine Juridiction, nihi per Comissionen deß Oberambts zue administrieren hat.

Es ist auch bey eben dißer Herrschaft Hohenegg specialiter zue annotieren, daß diße ein aigenes Blueth- oder Malefizgericht, jedoch dergestalten hat, das man ein delinquent in daßigen district ex delicto ertappet würdt, selbiger Zwahr nacher Bregenz geführet, ad exquendam sententiam aber der delinquent widerumb ad locum captiura in die Herrschaft Hohenegg remittieret, mithin das Malefizgericht in loco Weitnau abgehalten, die Urtel subliciert und exeqieret würdet, dahero dan und aus eben dißer Uhrsach der erste daselbstige gerichts-Vorsteher Malefiz-Richter, und die assessores gerichts geschworene genennet werden, welche da hero rühret, indemme diße Herrschaft sowohlen under denen Herren von Hohenegg, als nach beschehenem Verkauf denen Herren Graffen von Montforth, und von dißen ahn das Erzhaus Oesterreich jederzeit alß ein abgesönderete Herrschaft gehalten, und administrieret worden.

Die gerichte Altenburg und Khellhöf bestehen in drei Pfarreyen, benantlich Weyller, Schaidtegg und Lindenberg, die erstere zwey hat das Allerdurchlauchtigste Erzhauß von Oesterreich, wie auch die Kaplaney zue Weyller, die letztere oder Lindenberg aber, das fürstliche Reichs Stück Lindau zue verleihen, woselbsten auch wohlernantes löbliches Reichs Stück zue Weyller und Schaidtegg aber, thaills das Allerdurchlauchtigste Erzhauß von Oesterreich. thaills das löbliche gottshauß in der Mehrerau, und thaills die daselbstige herrn Pfarrer den zehenden zue beziehen haben, und hat ein jeweilliger pfarrer zue Weyller jährlich acht Malter haaber Wangener Meß, alß Vogtrecht in das königliche Ammanambt zue Altenburg abzueführen, worbey dan auch zue merckhen, das gleichwie in der Herrschaft Hohenegg, also auch zue Altenburg, ein Subalterner Ammann von dem Landesfürsten, jedoch auch sine administratione justitice ordinarjae und mit dißer distinction aufgestellet seye, daß dißer quo ad camerala keine Connexion mit dem ambt Bregenz, sondern ein Extract und Rechnung immediate ahn hochlöbliche O. Oe. Hoff-Cammer und Bancalität ein zuestellen habe, und weillen dan oballegiertermaßen alle die Herrschaft Hohenegg auch Altenburgische und Khellhöffische Underthanen noch in manicipatu stehen, so seindt auch dieselbe nach ihrem absterben Landesfürstliche, Allergnädigste Herrschaft den besten Haubt- oder leibstahl zuebezahlen schuldig.

Daß gericht Hoffrieden hat in suo districtu vier Pfarreyen, benanntlich Hohenweyller, Langen, Möggers, yber welche alle dem Allerdurchlauchtigsten Erzhauß von Oesterreich, dan die pfarrey Hörbranz, so eine filial von der Pfarr Bregenz, yber welche das Jus Patronatus dem löblichen Gottshauß Mehrerau, auch das Jus decimandi zuesrändig ist, in der Pfarr Hohenweyller aber gehört der zehenten Oesterreich.

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Die Gerichtsbesatzung
in Simmerberg

(Autor Viktor Kleiner)
veröffentlicht in
Westallgäuer Heimatblätter
Bd. 2 Nr. 5 S. 20
Mai 1925

Wie in anderen Gerichten der Herrschaft Bregenz wurde auch im Gerichte Simmerberg im Jahre 1786 eine neue Gerichtsordnung eingeführt. Außer den privilegierten Testamenten, zu deren Giltigkeit es hinreichend war, daß zwei rechtsgiltige Zeugen den Willen eines Testators innerhalb 30 Tagen vom Tage der ihnen gemachten Willenseröffnung eidlich zu Protokoll gaben, bestanden laut einem Berichte der simmerbergischen Gerichtsbehörde vom 7. Dezember 1789 keine besonderen Gerichtsgebräuche.

Der Sitz des Gerichts war in Heimenkirch; hier fanden alle Wochen die Gerichtssitzungen statt. Der Gerichtsammann wurde durch die sogenannte Besatzung, in Gegenwart des kreisämtlichen Kommissärs, vom Volke mit Stimmenmehrheit gewählt. Die Landammannwahl, die dem Gerichte große Kosten verursachte, fand jedes dritte Jahr statt. Die Beisitzer wurden von den Geschworenen und ein abgängiger Geschworener von der Gerichtsbehörde und den Geschworenen dem Kreisamte vorgeschlagen und von diesem bei Tauglichkeit bestätigt. Der Gerichtsschreiber mußte die vorgeschriebene Prüfung ablegen und wurde erst, wenn das Prüfungsergebnis vom Appellationsgericht anerkannt wurde, gewählt und angestellt. Die Steuereinzüge etc. wurden von einem ordentlich bestellten und obrigkeitlich verpflichteten Gerichtskassier besorgt.

Fortsetzung Seite 28

 
Postorte im Landkreis Oberallgäu

Kreuzthal

Eröffnet als Postablage am 1. 9. 1883, ab 1. 10. 1898 Postagentur

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

ohne Abbildung

Postablage
verwendet 1883 - 1898
Bewertung 30 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30
verwendet 1898 -
Bewertung 15 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30c
verwendet 1915 -
Bewertung 10€

 
 

Nr. 4

 

 

 

 

 

 

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ?
Bewertung 50 €

 

 

 

Krugzell

Eröffnet als Postexpedition am 1. 10. 1866

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

ohne Abbildung

ohne Abbildung

Einzeiler
Antiqua
Als Ankunftsstempel auf Brief vom 16. 7. 1866, also vor offizieller Eröffnung der Expedition, bekannt
Bewertung 150 €

Halbkreisstempel
Typ Winkler 12a
"Z spiegelverkehrt"
verwendet 1866 -
Bewertung
auf Marke 100 €
auf Brief 250 €

Halbkreisstempel
Typ Winkler 12a
verwendet 1866 - 1879
Bewertung Kreuzer:
auf Marke 25 - 75 €
auf Brief 50 - 160 €
Pfennig 20 €

Nr. 4

Nr. 5

Nr. 6

Nr. 7

ohne Abbildung

?

ohne Abbildung

Punktstempel
Typ Helbig 28b
verwendet 1885
Bewertung 40 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 25b
verwendet ?
Bewertung 20 €

Bewertung 15 €

Aushilfsstempel
Typ Helbig A 3.2
verwendet 9. 11. ?
Bewertung 60 €

Kürnach

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Buchenburg 1899, ab 15. 10. 1909 Posthilfstelle Taxe Wiggensbach

Nr. 1

Nr. 2

ohne Abbildung

Posthilfstelle
verwendet 1899 - 1909
Bewertung 65 €

Posthilfstelle
verwendet 1909 -
Bewertung 25 €

Nr. 3

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1920
Bewertung 25 €

 

Lauben

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Heising am 1. 6. 1901, ab 1. 12. 1908 Postagentur

Nr. 1

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1901 -
Bewertung 35 €

 

Lenzfried

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Kempten i. Schw. 1899

Nr. 1

Nr. 2

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1899 - 1908
Bewertung 25 €

Doppelkreisstempel
Typ Helbig 39a
verwendet 1908 - 1920
Bewertung 5 €

 

Leubas

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Heising am 1. 3. 1901

Nr. 1

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1901 - 1913
Bewertung 30 €

 

Maierhof

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Waltenhofen am 16. 4. 1907, geschlossen am 1. 10. 1913

Nr. 1

 

ohne Abbildung

 

Posthilfstelle
verwendet 1907 - 1913
Bewertung 60 €

 

Mariaberg

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Kempten i. Schwaben am 1. 3. 1901, ab 15. 10. 1909 Posthilfstelle Taxe Rothkreuz

Nr. 1

Nr. 2

ohne Abbildung

Posthilfstelle
verwendet 1901 - 1909
Bewertung 30 €

Posthilfstelle
verwendet 1909 - 1920
Bewertung 30 €

Martinszell

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Oberdorf am 1. 11. 1902

Nr. 1

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1902 -
Bewertung 40 €

Missen

Eröffnet als Postexpedition am 1. 8. 1893, später Postagentur

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

 

 

Einkreistempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1893 - 1914
Bewertung 10 €

Einkreistempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1893 - 1914
Bewertung 5 €

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet Jan. 1914
Bewertung 35 €

 

Mittelberg

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Oy am 16. 1. 1911

Nr. 1

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1911 - 1920
Bewertung 50 €

Muthmannshofen

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Frauenzell 1897, ab 20. 9. 1898 Postagentur

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Posthilfstelle
verwendet 1897 - 1898
Bewertung 130 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1898 - 1906
Bewertung 10 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
"H in HOFEN schmaler"
verwendet 1906 - 1920
Bewertung 5 €

Nr. 4

 

 

 

 

 

 

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ca. 1906
Bewertung 35 €

 

 

 

Nägeleried

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Sulzberg am 1. 10. 1902

Nr. 1

Nr. 2

Posthilfstelle
"Godbad"
verwendet 1902 -
Bewertung 100 €

Posthilfstelle
ohne die beiden Schreibfehler
verwendet ?
Bewertung 60 €

Nr. 3

 

 

Posthilfstelle
verwendet ?
Bewertung 40 €

Nebelhornhaus

Eröffnet als Posthilfstelle 1899, geschlossen am 30. 6. 1909, wiedereröffnet am 15.10. 1910, geschlossen am 31. 3. 19290

Nr. 1

Nr. 2

Posthilfstelle
violett/blau
verwendet 1899 - 1909
Bewertung 20 €

Posthilfstelle
verwendet 1909 - 1920
Bewertung 30 €

 
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