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Die Post im Westallgäu

Seite 31

 
 
Sulzbrunn 1910

Ergänzung zur Geschichte der Post im Westallgäu
1.Fortsetzung

Wenn aber dem Oberamt Bregenz nur darum zu tun sei, "dass die Zeitigere eintreffung der Innsbrugger brüffereyen daselben geschöchen möchte", wollte der Freiherr von Thurn und Taxis beim Reichspostamt Augsburg Schritte in diesem Sinne unternehmen.

Man leitete also weitere Verhandlungen ein. Diese führte im Namen des Oberamtes Bregenz der Oberamtmann Benedikt Reichard von Wolfurt, im Auftrag des Reichspostamtes Augsburg der Reichspostmeister Bernhard Pichelmeyer aus Ulm. Am 7. September 1694 kam folgende Vereinbarung zustande: Das kaiserliche Reichspostamt Lindau lässt jeden Donnerstag durch einen "Extra Rit die Insbrugger Coreespondenzen" von Leutkirch über Wangen nach Lindau bringen. Bregenz lässt dieselben durch einen Boten zu Fuß dort holen und schickt seine für Innsbruck bestimmten Briefe auf gleiche Weise nach Lindau, dass sie spätestens früh 8 Uhr dort sind. Von hier werden sie durch die reitende Post nach Leutkirch und weiter befördert. Der donnerstägige Botengang von Bregenz nach Altdorf (Weingarten) wird eingestellt. Das Hofpostamt in Innsbruck soll angewiesen werden, die Bregenzer Korrespondenz künftig nicht mehr dem Altdorfer, sondern dem Lindauer Postpaket beizupacken. -

Es scheint, dass das Lindauer "Paquet" durch die nach Bregenz laifenden Sendungen erheblich beschwert wurde und deshalb ein "Extra Rit" auszuführen war. Die vereinbarte Taxordnung gibt und einigen Aufschluss über die Sendungen, welche durch die reitende Post befördert wurden. Die Brieftaxe betrug von Lindau bis Leutkirch für einfache Briefe 4 Kreuzer, für Doppelbriefe 6 Kreuzer. Die Reiter nahmen auch Pakete mit; für jedes Lot waren 6 Kreuzer Taxe zu entrichten. Den österreichischen Beamten stand das Recht zu, ihre Briefe mit 3 Kreuzer Brieftaxe befördern zu lassen. Die gleiche Begünstigung genossen auch die "Angestellten", nämlich Ammänner, Geschworene, Steurer, Zoller der beiden Herrschaften Bregenz und Hohenegg. Das Bregenzische Oberamt hatte deshalb den beteiligten Reichspostämtern Verzeichnisse dieser Personen zuzustellen.

Die Beamten und Angestellten mussten aber auf Diensteid versprechen, keine Privat- und Geschäftsbriefe mit der ermäßigten Brieftaxe zu versenden. oder solche Briefe den amtlichen Schreiben beizupacken. Immer wieder wurde diese Vorschrift umgangen, namentlich von den "Angestellten", welche ihren Dienst nur nebenamtlich versahen. Die Postbehörden erinnerten darum wiederholt mit Androhung schwerer Strafen an die Vorschrift, anscheinend mit wenig Erfolg; denn 100 Jahre nach den ersten Vereinbarungen sah man sich immer noch zur Einschärfung der Verordnung bemüßigt.

Dem Boten, der am Donnerstag und Freitag von Bregenz nach Lindau zu gehen hatte, musste das Oberamt Bregenz jährlich 100 Gulden aussetzen. Um diese feste Entlohnung hatte der Bote die amtlichen Briefe und Pakete hin und her zu tragen. Für die Beförderung der Privatpakete durfte er von den Interessenten eine besondere Entlohnung fordern, deren Höhe aber von der Postbehörde nicht näher bestimmt wurde.

Das Jahr 1770 war für den Markt Weiler von besonderer Bedeutung, indem der Bregenzische Postdirektor Martini anordnete, das künftig ein reitender Postknecht den Brief- und Paketverkehr zwischen Bregenz erledigte. Martini ersuchte den Oberamtsrat Weigelsperg, der in Weiler als Oberzollbeamter tätig war, es möge dem reitenden Postknecht an den Wegschranken bei Weiler und Fluh kein Weggeld abgefordert werden. Dieser Reiter brachte am Montag die Briefschaften nach Weiler und holte am Freitag die Antworten ab.

Der Reichspost bereiteten wie andernorts so auch in unserer Landschaft die Boten eine starke Konkurrenz. Das "Post-Weesenspatent" vom Jahre 1770 suchte diesem ein Ende zu machen, indem es den Boten die Mitnahme von Briefen und Paketen bei hohen Strafen untersagte. Für jeden "Kontraband-Brief" hatter der Auftraggeber 12 Gulden, der Bote 1 Gulden zu bezahlen, für ein "Kontraband-Paket" 80 Gulden. Die angedrohten Strafen wurden aber schon nach fünf Jahren auffallender Weise gemildert, und zwar für Briefe auf 1 Gulden, für ein Paket gar von 80 Gulden auf 4 Gulden. Die eingezogenen Strafen flossen in die Hände jener Zollbeamten, welche die Konterbande festgestellt hatten. Gelang die Überführung infolge einer Anzeige, so viel das "Denunziantendrittel" dem Ankläger zu.

Der Sinn dieser Verordnung vom Jahre 1775 war der, das Schwärzen von von Briefen und Paketen weniger durch hohe Strafen zu unterbinden, als vielmehr durch scharfe Kontrolle seitens der Beamten; letztere sollten durch Belohnungen angestachelt werden. Die Postschwärzer ließen sich jedoch nicht so leicht erwischen, wie man oben meinte. Die Beförderung portopflichtiger Sendungen durch Unbefugte nahm vielmehr so sehr überhand, dass die Kaiserin Maria Theresia mit neuen Verordnungen eingreifen musste.

Am 1. September 1777 erschien ein kaiserliches Mandat, welches sich darüber beklagt, dass die Boten in den Ortschaften von Haus zu Haus gehen und Briefe sammeln. Manche Boten hatten schon einen regelrechten Postbotendienst organisiert; sie unterhielten eigene Briefträger, welche in denen von ihnen berührten Orten die Briefe und Pakete sammelten und die überbrachten Sendungen zustellten. Als Briefschwärzer schädigten die Reichspost ferner die "Fuhrlandkutscher, Schiffleute, Saumer, Karrenzieher, Kragsenträger, Hüner- Eyer- und Kräutelweiber".

Der kaiserliche Erlass vom Jahre 1777 ordnete an, dass in jenen Städten und Märkten, welche noch keine Post hatten, Briefsammler aufzustellen seien. Da der Briefkasten erst 1834 erfunden wurde, hatten diese Briefsammler die Briefe entgegenzunehmen, wohl auch in den Häusern abzuholen. Sie trugen die Sendungen regelmäßig zum nächsten Postamt und nahmen dort die eingelaufenen Briefe und Pakete entgegen.

Das Jahr 1777 brachte also dem Westallgäu den Landpostboten.

Die Behörden sahen sich aber, veranlasst diese Briefsammler ernstlich zu mahnen, die gesammelten Sendungen tatsächlich einem kaiserlichen Postamt, nicht etwa einem Boten zu übergeben. Aus jenen Orten, in welchen ein Briefsammler nicht aufgestellt war, durften wandernde Leute oder Privatboten die Briefe zum nächsten Postamt bringen. Vielfach gab das Volk die Briefe den "ins Gäu" fahrenden Metzgern und Müllern mit. Frei stand es jedermann, seine Briefe durch eigene Boten beförden zu lassen. Solche "Extra Botten", auch "Expreßen" genannt, verkehrten in den vergangenen Jahrhundeten sehr zahlreich. Sie durften jedoch nur Briefe ihres Auftraggebers mitnehmen. Die besorgung weiterer Briefe war mit 1 Gulden Strafe für das Stück bedroht. Regelmäßig durch das Land zuehende Leute hatten bei gewerbsmäßiger Beförderung portopflichtiger Sendungen für jeden einfachen Brief 12 Gulden Strafe zu bezahlen - wenn man sie erwischte. Den Schiffern und Fuhrleuten war lediglich die Annahme offener Frachtbriefe erlaubt.

Ein strenger Befehl ging an die Zoll- und Postbeamten, alle Personen durchsuchen zu lassen, welche des Briefschwärzens verdächtig waren. Ammänner, Dorfhauptleute und Gerichtsgeschworene hatten auf Verlangen hiebei jeden Beistand zu leisten. Abgenommene Briefe watrn auf kürzestem Wege dem nächsten Postamt zu übergeben, die angedrohten Strafen sollten im Falle der Überführung sofort vollzogen werden.

Fortsetzung Seite 32

 
         
 
 
 
 
 
 
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Postorte im Landkreis Oberallgäu

Sonthofen

Eröffnet als Postexpedition am 1. 10. 1845

Eine ausführliche Postgeschichte von Sonthofen finden Sie auf dieser sehr schönen Site:

http://www.postgeschichte-sonthofen.de

Mühlradstempel

I.   323
II.  491
III.  -

 

 

auf Marke 5 €
auf Brief 25 €

auf Marke 4 €
auf Brief 10 €

 

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Nr. 4

ohne Abbildung

Halbkreisstempel
Typ Winkler 11b
"Typen z.B. mit Punkt"
verwendet 1845 -
Bewertung 5-25 €

Halbkreisstempel
Typ Winkler 12a
Grotesk
verwendet 1858 - 1877
Bewertung 5 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 19a
verwendet ?
Bewertung 5 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 20b
verwendet 1871 -
Bewertung 5 €

Nr. 4

Nr. 5

Nr. 6

Nr. 7

Einkreisstempel
Typ Helbig 21a
verwendet 1879 - 1884
Bewertung 0 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 21b
verwendet 1887 - 1893
Bewertung 0 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 27b
verwendet 1886
Bewertung 200 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1895 - 1900
Bewertung 0 €

Nr. 8

Nr. 9

Nr. 10

Nr. 11

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1901
Bewertung 0 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1904 - 1907
Bewertung 0 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1911
Bewertung 0 €

Doppelkreisstempel
Typ Helbig 37c
verwendet 1905 - 1910
Bewertung 0

Nr. 12

 

 

 

 

 

 

Doppelkreisstempel
Typ Helbig 37c
verwendet 1910
Bewertung 0


 

 

Spielmannsau

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Oberstdorf 1899

Nr. 1

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1899 -
Bewertung 15 €

Steibis

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Oberstaufen am 1. 11. 1902

Nr. 1

Nr. 2

Posthilfstelle
verwendet 1902 - 1907
Bewertung 30 €

Posthilfstelle
verwendet 1907 - 1915
"2. Zeile länger"
Bewertung 25€

Nr. 3

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1915 -
Bewertung 25 €


Stein

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Immenstadt am 1. 5. 1900

Nr. 1

 

 

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1900 - 1911
Bewertung 40 €

 

 

Sulzberg

Eröffnet als Postablage am 1. 7. 1861, ab 1. 4. 1896 Postexpedition, ab 1898 Postagentur

Nr. 1

Nr. 2

Postablage
verwendet 1861 - 1875?
Bewertung
auf Marke 50 €
auf Brief 175 €
auf Dienstbrief 65 €

Postablage
"ohne Punkt in 1. Zeile"
verwendet 1876 - 1896
Bewertung 60 €

 

 
 

Nr. 3

Nr. 4

Nr. 5

 

ohne Abbildung

 

Einkreisstempel
Typ Winkler 30b
verwendet 1896 -
Bewertung 10 €

Einkreisstempel
Typ Winkler 30b
verwendet 1912
Bewertung 5 €

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ?
Bewertung 35 €

 

Sulzbrunn

Eröffnet als Postablage 1887, ab 1. 5. 1896 Postexpedition, ab 1898 Posagentur (Saison), ab 1. 9. 1906 Posthilfstelle Taxe Sulzberg, geschlossen am 1. 5. 1907

Nr. 1

Nr. 2

 

ohne Abbildung

 

Postablage
verwendet 1887 - 1896

Bewertung 50 €

Einkreisstempel
Typ Winkler 30b
verwendet 1896 - 1906
Bewertung 25 €

 

Nr. 3

Nr. 4

ohne Abbildung

Posthilfstelle
verwendet 1906 - 1907
Bewertung ?
hat laut Helbig nicht vorgelegen

Aushilfsstempel
Typ Helbig A 5.2
verwendet 22. 5. 1898
Bewertung 50 €

Thalkirchdorf

Eröffnet als Postexpedition am 1. 7. 1870

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Nr. 4

ohne Abbildung

ohne Abbildung

?

Einkreisstempel
Typ Helbig 20a
verwendet 1870 -
Bewertung
auf Marke 20 €
auf Brief 40 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 20b
verwendet - 1875
Bewertung
auf Marke 25 €
auf Brief 60 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 21a
verwendet 1876 -
Bewertung 10 €

Einkreisstempel
Bewertung 10 €

Nr. 5

Nr. 6

Nr. 7

 

 

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
"einfache Stunde"
verwendet 1899
Bewertung 10 €
blau 20 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1916 - 1920
Bewertung 0 €

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ?
Bewertung 30 €

 

Nr. 8

 

 

 

 

Aushilfsstempel
Typ Helbig A 3.2
verwendet 5. 8. 1899
Bewertung 40 €

 

 

 
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