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Die Post im Westallgäu

Seite 32

 
 
Weitnau 1921

Ergänzung zur Geschichte der Post im Westallgäu
2.Fortsetzung

Wenn ein Schwärzer nicht bezahlen konnte, musste er in Haft bleiben, bis der Betrag erlegt oder durch einen Bürgen gesichert war. Alles Gepäck mit weniger als 20 Pfund Gewicht blieb der Paketpost vorbehalten. Es wurde deshalb den "Landkutschern, Saumern, Fuhr- oder Schiffleuten, wandernden Krämern, Karrenziehern, und jeden anderen Botten" untersagt, falsche Lasten nach Orten zu verfrachten, die an einer Poststraße oder nicht weiter als eine Stunde von einer solchen entfernt lagen. Übertretungen dieser Vorschrift waren mit 80 Gulden für jedes Pfund bedroht. Und befanden sich Pakete dabei, die unter der unwahren Behauptung befördert wurden, sie seien Eigentum der mitfahrenden Reisenden, so betrug die Strafe 100 Gulden für jedes Pfund.

Über den Inhalt der Post-"Paquets" geben uns die Ladezettel einige Auskunft. Am 30. Oktober 1775 ging von Bregenz ein Postbeutel nach Lindau mit 39 gewöhnlichen Briefen; für diese waren 4 Gulden 4 Kreuzer Taxe erhoben worden. Außerdem enthielt der Beutel einen Geldbrief mit 86 Gulden an Ephraim David Ullmann in Pferschen (Pfersee), einen Geldbrief mit 58 Gulden an Jakob Joseph Abraham Fellheimer in Memmingen, einen Geldbrief mit 64 Gulden Amtsgelder an Rothmeyer in Leutkirch.

Am 23. Januar 1776 enthielt der Postbeutel von Bregenz nach Lindau 58 Stück "Tax-Briefe" (gewöhnliche Briefe), einen Geldbrief mit 100 Gulden an Benedikt Adam Lieberth in Augsburg, einen Geldbrief mit 20 Gulden an "Math. Rieger et Söhne per Augsburg", einen Einschreibebrief an Johann Reiß in Dillingen, einen Brief a Monsieur Coperi in Konstanz. ...

Wiederholt liefen Klagen gegen die Postanstalten unserer Landschaft ein. So beschwerten sich 1791 die kaiserlichen Kuriere, dass der Fahrdienst der Personenpost ganz miserabel sei. Die Posthalter wurden deshalb angewiesen, ihre Ställe mit brauchbaren Pferden zu versehen. Das Sprichwort vom alten Postgaul mag also wohlbegründet sein.

Schlimmere Klagen liefen 1777 und in den folgenden Jahren gegen das Postamt Bregenz ein. Eine Anzahl dort eingezahlter Gelder waren nicht an ihren Bestimungsort gekommen. Die eingeleitete Untersuchung ergab, dass der Postverwalter Martini sich schwerer Unterschlagungen schuldig gemacht hatte. Das Verfahren gegen den Angeklagten endete mit einem Todesurteil durch das Schwert. Durch kaiserliche Gnade wurde dieses Urteil in eine vierjährige Zuchthausstrafe und lebenslängliche Unfähigkeit zue Bekleidung öffentliche Ämter umgewandelt.

 
Vorderburg

Ortsnamen im Westallgäu

Deutung von N. Schwanzer in Westallgäuer Heimatblätter
1938 Bd.7 S. 3

In seinem Aufsatz deutet M. Schwanzer eine ganze Reihe von Ortsnamen aus dem Westallgäu. Sie alle hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen. So gebe ich nur die Deutung der Ortsnamen von Postorten wieder, soweit sie bei Schwanzer zu finden sind.

Auers, alt Owers vom Personennamen Owo, Auwo (Kürzung von Audowalt, Audowart, Audowig); Aud, od bedeutet Besitz, Erbgut, Eigentum, die Vollnamen also = Walter, Wart über sein Erbgut, Kämpfer (wig) um sein Erbgut.

Biesenberg, herrührend vom Personennamen Buaso, Buoso. Bei Biesenberg liegt die bekannte, noch gut erhaltene vorgeschichtliche Erdburg (im Walde Rotschachen). Biesenberg erinnert auch an Peissenberg in Oberbayern, dessen Adelsgeschlecht (Bisenberg) zu den Gründern des Klosters Weissenau bei Ravensburg gerechnet wird.

Brugg, von einem Flurnamen abgeleitet, zwischen 933-942 genannt als "Bruccon", also ein Ort "bei der Brücke" oder "bei den Brücken", denn am Orte selbst ist ein Brücke unnötig; die Brücke oder die Brücken müssen somit die Argenübergänge bei Gestratz und Zwirkenberg gewesen sein, die schon von den Römern benützt wurden.

Ebratshofen, um 1200 "Egebreshoven", 1275 "Egebrechtishoven"; der Siedlungsgründer trug also den Namen "Egibrecht" (Eckbrecht).

Ellhofen, früher Elnhoven, Ellenhofen, also abzuleiten vom Kurznamen Ellen aus Ellenwart, Ellenbolt, Ellenhart. "Ellen" bedeutet "Kraft, Stärke, Mut".

Goßholz, abzuleiten vom Personennamen Cozolt; man sagt "im" Goßholz, d.h. im Herrenhofe Cozolts.

Harbatshofen, geht auf den Personennamen Haribert, Harpert (Harprecht) zurück, vielleicht auch Hadebrecht. Baumann hält ein in den sogen. unechten Stifterbriefen des Klosters Weingarten genanntes "Hadebrechtishofen" für Harbatshofen, aber wohl mit Unrecht, da dieses Hadebrechtishofen mitten zwischenOrten um Ravensburg herum genannt ist und wahrscheinlich das heutige Albertshofen bei Ravensburg ist.

Heimenkirch, geht auf den Personennamen Heimo, Hemo (auch Aimo, Eno geschrieben) zurück, die Kurznamen für Heimolt, Heimolf erc.

Ihlingshof, abgeleitet vom Geschlechternamen Ylin, yelin,Jelin etc.; ein Jörg Yelin saß 1543 auf diesem Hof. Raich glaubt, dass der Ihlingshof identisch sei mit emjenigen, der 1366 "zum Hof" und 1367 mit dem beifügen "zem Hofe, der Cuntzen des Widemanns Waltlehen ist" genannt wird. Der heutige Ihlingshof [1938!!] (d.h. die dortige Fremdenpension) ist jedoch nur ein abgeteiltes Stück des "Hofes" vom Jahre 1366, welcher nordwestlich des dortigen Burgstalles lag und heute noch "im Hof" heißt, jedoch ebenfalls in drei Höfe zerteilt ist. Offenbar war dieser alte "Hof" der zum Schlößchen gehöruge Bauhof; das Schlößchen, bzw. dessen Burgstall, war 1366 im Besitz der Herren von Weiler, später in dem der Herrschaft Ellhofen, weshalb der daneben gelegene Weiher der Ellhofer Weiher hieß.

Irsengund, geht auf einen Flurnamen zurück, offenbar zue Siedelzeit ein beliebter Äse- und Tummelplatz für Hirsche, denn der erste Wortteil ist das altdeutsche Wort "hirzine"= Hirsche, der zweite Wortteil "gund" bedeutet Berggelände, auf dem das Weidevieh sich tummelt und weidet; "gund" (schon 1059 als "gunbet" urkundlich vorkommend leitet sich nach Dr. Miedel ab von "gumpen" = herumspringen. Die frühere Erklärung Dr. baumanns, der "gund" von einem lateinischen Wort cumbita herleitete, war an sich schon sehr zweifelhaft und kann daher leichten Gewissens zu Gunsten des schwäbischen Stammwortes verlassen werden.

Lindenberg, das eine Frühsiedlung ist (857 Lintiberc) und wegen dieses ältesten bekannten Namens auf einen Linto (Kurzname für Lintolt, Lintolf ets.) als ersten Erwerber der Markung und Gründer der Siedlung hinweist.

 
         
 
 
 
 
 
 
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Postorte im Landkreis Oberallgäu

Tiefenbach

Eröffnet als Postablage von Fischen am 1. 1. 1862, ab 1. 10. 1898 Postagentur

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

ohne Abbildung

Postablage
verwendet 1862 - 1898
Bewertung
Kreuzerzeit: auf Marke 65 €
auf Brief 250 €
auf Dienstbrief 75 €
Pfennigzeit: 40 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 35
verwendet 1899 -
Bewertung 15 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1910 - 1915
Bewertung 5 €

Nr. 4

 

 

 

 

 

 

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ?
Bewertung 30 €

 

 

 

Überbach

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Probstried am 1898, ab ca. 1908 Posthilfstelle Taxe Dietmannsried

Nr. 1

Nr. 2

Posthilfstelle
verwendet 1898 - 1908
Bewertung 25 €

Posthilfstelle
verwendet 1908 - 1915
Bewertung 25 €

Unterjoch

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Wertach 1899, ab 16.11.1900 Postagentur

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Posthilfstelle
verwendet 1899 - 1900
Bewertung
80 €

Doppelkreisstempel
Typ Helbig 37a
verwendet 1900 - 1914
Bewertung 5 €

Doppelkreisstempel
Typ Helbig 37a
"R-Fuß weit"
verwendet 1914-1920
Bewertung 0 €

Nr. 4

 

 

 

 

 

 

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ca. 1914
Bewertung 30 €

 

 

 

Untermaiselstein

Eröffnet als späte Postablage am 1. 4. 1897, ab 1. 10. 1898 Postagentur

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

 

ohne Abbildung

 

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1897 - 1909
Bewertung 10 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1909 -
Bewertung 5 €

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ca. 1909
Bewertung 30 €

 

Vorderburg

Eröffnet als Postagentur am 1. 12. 1890

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

 

ohne Abbildung

 

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1890 -
Bewertung 10 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet 1909 - 1920
Bewertung 5 €

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet fraglich
Bewertung -.-

 

Vorderhindelang

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Hindelang am 1. 5. 1900

Nr. 1

 

 

Posthilfstelle
verwendet 1900 -
Bewertung 25 €

 

Waltenhofen

Eröffnet als Postablage von Kempten am 1. 7. 1861, ab 1. 9. 1874 Postexpedition

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

ohne Abbildung

?

Postablage
verwendet 1861 - 1874
Bewertung
auf Marke 40 €
auf Brief 175 €
aif Dienstbrief 45 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 20a
verwendet 1874 - 1880
Bewertung 15 €

Einkreisstempel
Bewertung 5 €

Nr. 4

Nr. 5

Nr. 6

 

ohne Abbildung

ohne Abbildung

 

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet ?
Bewertung 5 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 30b
verwendet - 1920
Bewertung 0 €

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ?
Bewertung 50 €

 

Wegscheidel

Eröffnet als Posthilfstelle Taxe Buchenberg 1898, ab 15. 10. 1909 Posthilfstelle Taxe Wiggensbach

Nr. 1

 

ohne Abbildung

Posthilfstelle
verwendet 1898 - 1909
Bewertung 25 €

Posthilfstelle
verwendet 1909 -
Bewertung 25 €

Weitnau

Eröffnet als Postexpedition am 15. 8. 1855

Mühlradstempel

I.   596
II.  575
III.  -

ohne Abbildung

 

 

auf Marke -.-
auf Brief 275 €

auf Marke 30 €
auf Brief 50 €

 

 
 

Nr. 1

Nr. 2

Nr. 3

Nr. 4

ohne Abbildung

Halbkreisstempel
Typ Winkler 11b
verwendet 1855 - 1882
Bewertung
Kreuzerzeit:
auf Marke 25 €
auf Brief 60 €
Pfennigzeit: 25 €

Punktstempel
Typ Helbig 28b
verwendet 1884 - 1885
Bewertung 35 €

Einkreisstempel
Typ Helbig 25b
verwendet 1887 - 1895
Bewertung 0 €

Einkreisstempel
Typ Helbig ?
verwendet - 1920
Bewertung 0 €

Nr. 5

 

 

 

 

 

 

Reservestempel
Typ Helbig 37R
verwendet ?
Bewertung 30 €

 

 

 

 
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