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Die Post im Westallgäu

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Vorarlberg unter bayerischer Besetzung
1806 - 1814

von Dr. Anton Gruber
(3. Fortsetzung)

Auf Grund gepflogener Erhebungen holte Roschmann dann am 18. 2. 1815 zu einer ausführlichen Erwiderung aus: ... "Das Gericht Altenburg war ehemals ein Eigentum der Herren von Weiler, welche es im Jahre 1570 an Kaiser Maximilian II. verkauften. Der nämliche Kaiser erwarb im darauffolgenden Jahre auch das Gericht Kelhöf, vereinigte daselbe mit dem Gericht Altenburg, verlegte den Sitz beider Gerichte nach Weiler und bildete durch diese Vereinigung das Amt Weiler. Bis zum Jahre 1750 bestand das Amt Weiler für sich, wurde aber in diesem Jahre dem Oberamt Bregenz zugeteilt. - Es kann daher nicht in Zweifel gezogen werden, dass schon seit mehr als 200 Jahren ein Amt Weiler existierte, dass dieses Amt dem Oberamt Bregenz zugeteilt worden sei, und dass, als der ganze Distrikt des Oberamts durch den Preßburger Frieden an Bayern kam, zu damaliger Zeit ein Amt Weiler vorhanden war, welches ebenfalls an diese Krone abgetreten wurde. Nunsagt der letzte Staatsvertrag, dass mit Ausnahme des einzigen Amtes Weiler alle übrigen Bestandteile jenes Landes an Österreich zurückkehren sollen. Da das Amt Weiler aus den Gerichten Altenburg und Kelhöf zusammengesetzt war, das Landgerichte Weiler aber noch mehr zum Lande Vorarlberg gehörige gerichte in sich begreift, so ist wohl klar, dass nach dem natürlichen Wortverstand der Konvention auch diese Gerichte an Österreich zurückgegeben werden sollten. Dahin gehören nun die Gerichte Hohenegg, Simmerberg und Grünenbach, welche da diese keinen Bestandteil des Amtes Weiler ausmachen, konventionsmäßig von einem allerhöchsten Hofe angesprochen werden können. Wenn übrigens das Wort "baillage" ebenso gut mit dem Worte Landgericht als mit dem Wort Amt übersetzt werden kann, so beweist doch wohl gerade das im Deutschen gewählte Wort Amt, dass die allerhöchsten Kontrahenten bloß das alte Amt Weiler zu ihrem Augenmerk und gesichtspunkt hatten." [Die Originalurkunde war nur französisch und die Übersetzung "Amt" war nicht von beiden Teilen, sondern aus durchsichtigen Gründen lediglich von Österreich gewählt worden.]

Dass die kasuistische Deuterei Roschmanns, wenn man wie schon erwähnt, auf beiden Seiten mit ehrlichem, gutem Willen Purifikation (Bereinigung) der Grenzen anstrebte, eine Unbilligkeit herbeigeführt hätte, liegt auf der Hand. Ein leidenschaftsloser Blick auf die Karte lässt jedem sachlich Denkenden die bayerische Auffassung als sinngemäße Interpretation von "baillage de Weiler" erscheinen. Sie hat sich auch durchgesetzt. Nur eine kleine Grenzfrage im Westen des landgerichts Weiler brachte noch Verzögerung. Zunächst sollte der Rickenbach Scheidegg gegen Vorarlberg scheiden. Doch auf Rücksichtnahme auf bequemere kirchliche Eingemeindung wurde dann die Grenze landauswärts zwischen Aitzenreute und Buchans verlegt. Buchans hatte früher zur Pfarrei Scheidegg gehört.

Nun wäre noch auf die Hohenemser Frage einzugehen, die in gewissem Zusammenhang mit Weiler steht. Östereich zog mehr aus Klugheit als aus Verträglichkeit bezüglich Weiler allmählich seine Einwände zurück, sodass sich die Grenzschwierigkeiten behoben. Das kam ihm insofern zustatten, dass dafür schließlich Bayern wegen Hohenems ein liberales Entgegenkommen zeigte. Die Rechtslage war dort bekanntlich so: Laut Preßburger Frieden, Art. VIII, hatten an Bayern u.a. zu fallen: die 7 Herrschaften Vorarlberg mit ihren Enklaven, die Grafschaft Hohenems, die Grafschaft Königsegg-Rothenfels, die Herrschaften Tettnang und Argen und die Stadt Lindau mit ihrem Gebiete. Also war Hohenems nicht zu Vorarlberg gerechnet, wohl deshalb, weil Hohenems Reichslehen war, im Jahre 1759 als durch Todesfall erledigt ans Reich heimfiel, dann allerdings als Lehen wieder einem österreichischen Erzherzog übertragen wurde. Nach dem Pariser Vertrag vom 3. 6. 1814 sollte nun an Österreich zurückgegeben werden "ie Vorarlberg". Bayerns Regierung versteifte sich auf den Wortlaut des Vertrages und instruierte den Hofkommissär v. Stichaner dahin, dass alles von der Überweisung ausgenommen sein sollte, was beim Abschluss des Preßburger Friedens nicht zu Vorarlberg gehört habe. Und dahin gehörte Hohenems nach dem Texte nicht. Nun lässt allerdings die Redaktion von Art. VIII der Preßburger Abmachungen Klarheit und genauere Ortskenntnis vermissen, wie aus dem Ausdruck "7 Vorarlberger Herrschaften", der vorher nie gebraucht wurde und nicht leicht zu deuten ist, und der gesonderten Anführung von Hohenems zu ersehen ist. Für die österreichische Hofkommission von 1814, für die Hohenemser selbst war es eine Selbstverständlichkeit, dass Hohenems zu Vorarlberg gehörte, wenn es auch lange Zeit Reichsgrafschaft mit Sonderrechten war. Als Folgerung aus dem Vertrag vom 3. 6. 1814 ergab sich denn auch für die Hohenemser selbst, dass sie sich nun zu den von Bayern losgelösten Vorarlbergern rechneten und durchaus nicht dahin zurückkehren wollten, also von sich aus eine Art von "Selbstbestimmungsrecht der Völker" zum Ausdruck brachten.

Stichaner stellt am 21. 6. 1814 an das Staatsministerium der auswärtigen Angelegenheiten die Anfrage, wie es mit der Herrschaft Hohenems zu halten sei. Diese Herrschaft sei uesprünglich nie ein Bestandteil von Vorarlberg gewesen, auch nicht zur Zeit des Preßburger Friedens. Hohenems sei auch von Vorarlberg nicht inclaviert. Es werde von diesem auf drei Seiten umschlossen, aber westlich begrenze es der Rhein. Noch am Tage der feierlichen Übergabe (7. 7. 1814) konnte Stichaner an den König berichten: "Der Besitz von Hohenems wurde für Eu. K. M. - unter Reservation von österreichischer Seite - vorbehalten. Die Administration der Herrschaft Hohenems habe ich dem Landgericht, Rentamt und der Stiftungsadministration Lindau übertragen." In dem Bericht Stichaners vom 8. 7. 1814 steht, die österreichische Hofkommission wolle die Hohenemser Frage bis auf die Entscheidung der Allerhöchsten Höfe aussetzen und Bayern einstweilen in dem Besitz lassen. Aber den Bewohnern von Hohenems und Lustenau sei die bayerische Reservation unerwartet gekommen, man habe die Adler angeheftet und wie alle Gemeinden von Vorarlberg sich zu den Feierlichkeiten der österreichischen Besitznahme vorbereitet. Man habe sich an die österreichische Hofkommission gewandt um auf alle Weise die Besitznahme durch Österreich zu bewirken. Es heißt da weiter: "Bayern befindet sich zwar noch in rechtlichem Besitz von Hohenems, allein die Untertanen werden sich von Vorarlberg nicht mehr trennen lassen und täglich wären Gewaltätigkeiten gegen Beamte zu besorgen, welche von der kgl. Regierung dorthin geschickt würden, die landesherrlichen Rechte zu behaupten. Ich kann daher den Besitz von Hohenems für nichts anderes ansehen, als für ein "objet d' arrangements" [Austauschobjekt], welches zur Bewirkung anderer vorteilhafter Bedingungen benützt werden kann." Und so kam es schließlich auch.

Der Streit um Weiler konnte infolge der Nachgiebigkeit Bayerns In Hohenems zur beiderseitigen Befriedigung geschlichtet werden, ja diese Nachgiebigkeit hatte auch ihre günstige Wirkung in dem Handel um Biesings, wie wir noch sehen werden. Immerhin beschwerte sich Stichaner über Roschmann, dass er Hohenems gegen alles Recht habe militärisch besetzen lassen und auch den in Bereitschaft gehaltenen Übergabe-Entwurf mit soviel Spitzfindigkeiten, Klauseln und Sophismen eingehüllt habe, dass die ganze Zeit der kaiserlichen Kommission in Bregenz notwendig war, um ihn in einer anderen, wenn auch noch verworrenen Zustand zu setzen. Man höre aber auch Roschmann in seiner Äußerung an Stichaner vom 7.7. 1814: ... nicht allein der frühere Besitzstand meines Allerhöchsten Hofes, sowie die Aussagen der Bewohner dieses Landes, sondern selbst schon ein flüchtiger Blick auf die Karte Vorarlbergs weist nach, dass die Grafschaft Hohenems ganz von Vorarlberg umschlossen ist, dieselbe auch nur als eine Enklave dieses Landes angesehen werden kann. Der Preßburger Frieden sagt aber noch ausdrücklich , dass das Land Vorarlberg samt den Enklaven, namentlich samt der Grafschaft Hohenems an die Krone Bayerns abgetreten werden solle, und da nun S. M. der König von Bayern eben dieses Land in der nämlichen Art, wie es Allerhöchstdieselbe im Jahre 1806 erwarb, an S. M. den Kaiser überlassen hat, so muss natürlich auch die Herrschaft Hohenems in dieser Abtretung mit einbegriffen sein."

[Die Bemerkung ist insofern unrichtig, als der Text des Preßburger Friedens ja lautet: die 7 Herrschaften im Vorarlberg mit ihren Enklaven, die Grafschaft Hohenems, die Grafschaft Königsegg-Rothenfels usw. Die Stelle kann unmöglich aufgefasst werden als: d.h. die Grafschaft Hohenems, sondern: ferner die Grafschaft Hohenems.]

 

Davon nimmt Stichaner zunächst gar keine Notiz und bestimmt in einer Verfügung an das Landgericht Dornbirn, dass Gerichtsbarkeit, Renten und Stiftungen in Hohenems bis auf weiteres den entsprechenden Ämtern in Lindau übertragen werden, wovon die Gemeinden von Hohenems in Kenntnis zu setzen seien. Noch einmal, am 17. 2. 1815, vertritt Roschmann einen Standpunkt, der gerade dem Wortlaut des Preßburger Friedens, auf den er sich beruft, widerspricht. Er behauptet irrtümlich, dass 1814 nicht die Vorarlbergischen Herrschaften an Österreich abgetreten worden seien, sondern das Land Vorarlberg. Hohenems sein nun 1806 selbst zu den Vorarlberger Herrschaften, also auch zum Lande Vorarlberg gerechnet worden. Das ist aber, wie wir sahen, nicht der Fall.

Der Streit fand, wie alles Menschliche, ein Ende: Im Jahre 1816 wurde Hohenems Österreich zugesprochen, wie das ganze Landgericht Weiler in dem Umfange der bayerischen Organisation vom 16. 11. 1806 dem Königreich Bayern. Aber vergessen war die Hohenemser Angelegenheit in bayerischen Regierungskreisen deshalb noch nicht. Gelegentlich einer Begehung der Landesgrenze im Jahre 1839 rollte der bayerische Hofkommissär die ganze Frage noch einmal auf. Der amtliche Bericht an die Krone, datiert bei Tölz am 30. 9. 1839 lautet: "Ich glaubte einen früher schon von seiten Bayerns in Anregung gebrachten, aber nicht weiter verfolgten Anspruch auf die Grafschaft Hohenems und den sogenannten Reichshof Lustenau wieder anregen zu müssen. Ich suchte den Anspruch zu begründen: 1) weil durch den Preßburger Frieden außer den Vorarlberger Bezirken die Grafschaft Hohenems und der reichshof Lustenau an Bayern abgetreten worden sind, 2) weil die Grafschaft Hohenems wirklich ein Bestandteil Vorarlbergs nicht war, da dieselbe als einst im Jahre 1759 heimgefallenes und dem Hause Habsburg verliehenes Reichslehen bis zum Preßburger Frieden zum deutschen Reiche stets gesondert von Vorarlberg steuerte, durch einen eigenen Administrator verwaltet und auch nicht wie Vorarlberg zum österreichischen Kreise gezählt wurde, sondern einen Teil des schwäbischen Kreises bildete, auf dessen Grafenbank der Erzherzog von Österreich als Besitzer der Grafschaft Hohenems ebenso Sitz und Stimme hatte wie in dem österr. Reichskreise als Herr von Vorarlberg, 3) weil aber anno 1814 bei der erfolgten Wiederabtretung Tirols und Vorarlbergs an Österreich durch die Krone Österreich nur die Abtretung Vorarlbergs, so wie dieses durch den Preßburger Frieden an Bayern gekommenwar, nicht aber auch die Wiederextradition der Grafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau verlangt wurde. Der österreichische Hof- und Übernahmekommissär Roschmann hat die Grafschaft Hohenems und den Reichshof Lustenau eigenmächtig und einseitig ohne Aus- und Einpflichtung der Untertanen in faktischen, militärischen Besitz genommen, wogegen vonseiten Bayerns auch alsbald Protestation und geeigneter Rechtsvorbehalt eingelegt worden ist." Auf Österreichs Seite macht man geltend, dass die diesbezüglichen Differenzen durch Aufgabe der österreichischen Vorbehalte auf das dem bayerischen Hofe verbliebene Amt Weiler behoben worden sei. Der neuerdings angeregte Anspruch hatte keine weiteren diplomatischen Folgen. Es blieb alles wie bisher.

Im Hin und Her der Erörterungen während der Jahre 1814 und 1815 war nun von Österreich noch ein Anrecht vergessen worden: Biesings bei Schlachters, die bekannte Einöde an der Staatsstraße nach Lindau, heute zur Gemeinde Sigmarszell gehörig. Biesings (mehrfach fälschlich Bieslings geschrieben, auch in Akten) gehörte seit urdenklichen Zeiten zum vorarlbergischen Gericht Hofrieden (ebenso wie Hohenweiler und Hörbranz), kam dann 1806 mit Vorarlberg an Bayern und wurde hier wegen seiner geographischen Lage dem Landgericht Lindau einverleibt. So wurde es dann bei der Rückgabe Vorarlbergs einfach vergessen. Dass es aber Österreich gehörte, darüber konnte kein Zweifel sein. Bereits am 28. 6. 1814 war bezüglich des Ortes eine Entschließung ergangen, dass, im Falle er von Österreich reklamiert würde, an der Grenze ein Austausch-Vorschlag bewerkstelligt werden sollte. Denn Biesings selbst wollte man wegen seiner Lage unmittelbar vor dem Zugang zu Lindau nicht wieder herausgeben. Die österreichische Reklamation erfolgte tatsächlich, allerdings erst am 9. 9. 1817. Ein Bericht an den König besagt, dass die Regierung des Oberdonaukreises mit der Sache befasst worden sei und diese habe das Landgericht Weiler wegen seiner Grenzlage ein Tauschobjekt ausmitteln lassen. Ein äquivalentes Tauschobjekt lasse sich schwer finden [Biesings zählte 1817 4 Bauerngüter, 1 Söldneranwesen und 50 jauchert Gründe]. Es wird auch hier wieder auf Bayerns Preisgabe von Hoehenems und Lustenau hingewiesen und darauf, dass hiefür noch kein Ersatz geleistet sei, auch wenn etwa Österreich auf Biesings verzichten wolle. Man sieht, wie die Konzession in Hohenems von Bayern immer wieder als objet d'arrangement gebraucht wurde.

Weiler hatte auf Aufforderung hin am 16. 12. 1817 an die Regierung des Oberdonaukreises berichtet, aus dem k. Landgericht Weiler kein schickliches Austauschobjekt namhaft machen zu können, worauf eine nochmalige Berichterstattung eingefordert wurde. Nun erst wurden die fünf Höfe in Schirpfentobel, Katzenmühle und Ellersreute, Grenzsteuerdistrikt Scheffau, vorgeschlagen. Im Interesse der Familienkunde mögen die Namen der fünf Hofbesitzer nach dem Stande vom 4. 3. 1818 hier Erwähnung finden: Martin Sohler und Andreas Jel in Schirpfentobel, Johann Forster und Barbara Ruchte in Katzenmühle, j. Gg. Kresser in Ellersreute. Nachdem man die Güter der Einöde Biesings noch nicht gleichwertig fand, wurde der Vorsteher von Scheidegg zu einem neuen Vorschlag veranlasst, welcher dann auf den Notfall "einer rücksichtslosen, jedoch nicht füglichen Trennung" die Zugabe eines Einödsgutes in Oberstein beantragte.

Aber aus all diesen Tauschverhandlungen wurde nichts, die Einöden sind heute alle noch bayerisch. Die nachgiebige Haltung Bayerns in Hohenems vermochte Österreichs weitere Ansprüche zum Schweigen zu bringen.

Seit all diesen denkwürdigen Vorgängen in unserer Heimat sind mehr als 11 Jahrzehnte vergangen [Diese Arbeit wurde 1927 veröffentlicht]. Die Urenkel jenes Geschlechtes in Vorarlberg haben vergessen, dass ihr Ländchen einmal eine Zeitlang unter ungern ertragener Herrschaft stand, und im Bereich des Landgerichts Weiler ist man trotz der Bittschrift vom 26. 6. 1814 längst mit Herz und Verstand gut bayerisch geworden, wenn wir uns auch auf vorarlbergischen Boden, zu Berg und Tal, heimisch fühlen. Wer von uns möchte, ohne dass irgendwelche auch nur stille Abneigung besteht, wieder österreichisch werden? Aber darüber habe ich schon oft nachgedacht: Wir Westallgäuer ob dem berg gehen, wenn wir seewärts streben, im allgemeinen lieber nach Bregenz als nach Lindau. Wie kommt das wohl? Bringt es die etwas geringere Entfernung mit sich, das freundlichere, aufgeschlossenere, moderne Stadtbild, der gute Tropfen oder der Umstand, das es für uns in Bregenz keine an Alltagssorgen gemahnenden Behörden, kein Finanzamt gibt? Vielleicht schwingt aber bei dieser Vorliebe noch eine unbewusste Unterempfindung mit: Dorthin als in die nächste Landstadt ging der Urgroßvater und der Großvater und dorthin zieht es mit ererbten Triebe auch uns.

 

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